Bundestagsabgeordneter wird als Vorsitzender bestätigt

Oppermann bleibt Spielmacher bei der SPD

Geballte SPD-Führungskraft: Von links Landrat Bernhard Reuter, Ministerpräsident Stephan Weil, Bundestagsabgeordneter Thomas Oppermann und Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. Foto: Kopietz
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Geballte SPD-Führungskraft: Von links Landrat Bernhard Reuter, Ministerpräsident Stephan Weil, Bundestagsabgeordneter Thomas Oppermann und Oberbürgermeister Wolfgang Meyer.

Göttingen. Politik ist martialisch, es geht um Macht, Positionen und Kampf. Um zu gewinnen, müssen die Parteioberen auch um ihre Gefolgschaft kämpfen. Verweigern sie die Gefolgschaft, bleiben sie den Wahlurnen fern, ist kein Blumentopf zu gewinnen.

Thomas Oppermann versuchte als Vorsitzender denn auch beim SPD-Unterbezirksparteitag schon jetzt die Genossen aufzurütteln – obwohl der letzte Wahlkampf erst gut 90 Tage zurückliegt.

„Wir müssen und werden dafür kämpfen, dass Göttingen einen SPD-Oberbürgermeister behält“, schaute Oppermann bereits ins Jahr 2014 voraus, wenn ein neues Stadtoberhaupt gewählt wird. Vorher aber kommt die Bundestagswahl – im September 2013, dann steht für die Genossen viel auf dem Spiel.

Dass die Umfragen ein Tief für die SPD ergeben, ist kein Thema. Oppermann redet von den anzupackenden Aufgaben, den heißen Themen, mit denen etwas zu bewegen ist, Massen anzusprechen sind: Weg mit den demokratiegefährdenden Steueroasen, her mit dem Mindestlohn, Gleichbezahlung von Frauen und Männern, hin zu einer „richtigen Energiewende, zurück zu einer fairen Marktwirtschaft, in der nicht nur wenige die Profiteure sind, ran an die Solidarrente und Bürgerversicherung ohne Privilegien nur für Privatversicherte. Er kennt diese Punkte auswendig, präsentiert sie so überzeugend wie bei den nicht seltenen TV-Auftritten. Oppermann ist ja ein „Leistungsträger der SPD“, wie es Ministerpräsident Weil treffend formuliert.

Spielmacher ist er im heimischen Unterbezirk, wo er am Samstag um „ein gutes Ergebnis bei der Wahl bittet“, es habe ja mal gute und mal nicht so gute Resultate gegeben, den Umständen entsprechend. „Jetzt sind gute Umstände.“ So locker nimmt Thomas Oppermann die anstehenden Aufgaben nicht. Mehrfach appelliert er an den Einsatzwillen der Basis, daran, dass es viel zu gewinnen, aber auch zu verlieren gibt: In der SPD-Hochburg Göttingen das Rathaus, im Bund die Regierungsübernahme. Für Oppermann hat die Regierung „abgewirtschaftet“, es sei Zeit für den Wechsel. Beispiel: die peinliche Abstimmung über die Frauenquote. Mit der SPD werde es so etwas nicht geben.

Mehr noch: Für Thomas Oppermann geht es darum, „die alten SPD-Werte in einer offenen Gesellschaft umzusetzen“. Der Göttinger ist Traditionalist, erinnert im Jahr des 150-jährigen Parteijubiläums an die historischen Verdienste. Nur zurückschauen aber dürfe man nicht, wird dann Stephan Weil sagen – eher Kraft aus der Tradition ziehen.

Nichts ändert sich im Unterbezirk: Oppermann bleibt Vorsitzender, bekommt 86,5 Prozent der Stimmen. Ein sehr gutes Ergebnis. Die Umstände waren ja auch nicht schlecht.

Stellvertreter sind Doris Glahn (Duderstadt) und Manfred Wesemann (Hann. Münden). Marcel Riethig bleibt im Kreisvorstand.

Von Thomas Kopietz

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