Orte des Glaubens und des Zweifels in Göttingen

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Vor der St. Michael-Kirche sprach Stadtführer Jörg Scharmach (rechts) über die Vertreibung der Katholiken aus Göttingen im 16. Jahrhundert und ihre Rückkehr Mitte des 18. Jahrhunderts.

Göttingen. Auf reges Interesse stieß am Samstag eine Führung durch die Göttinger Altstadt, die unter dem diesjährigen Motto der Händel-Festspiele „Glaube und Zweifel“ stand.

Mit 20 Teilnehmern war die Führung komplett ausgebucht. An eigens für diese Veranstaltung ausgesuchten Orten erläuterte Stadtführer Jörg Scharmach, warum es Orte des Glaubens und Orte des Zweifels waren und warum Berühmtheiten, die einst dort lebten, genau zu diesem Motto passen.

Stationen waren unter anderem die St. Johanniskirche, wo Scharmach über den Reformator Johannes Bruhns sprach, die St. Michael-Kirche, wo es um die Vertreibung der Katholiken ging, das ehemalige Wohnhaus von Dorothea Schlözer, der ersten Doktorin der Philosophie Deutschlands, das Wohnhaus der Jüdin Edith Stein, die später zum Katholizismus konvertierte oder das Haus von Prof. Gerd Lüdemann, der an der historischen Wahrheit der biblischen Überlieferung zweifelte.

„Die Geschichten der alten Göttinger Kirchen zeigen, dass sich der Glauben in der Stadt verändert hat“, sagte Scharmach. „Und die Menschen, die zumindest eine Zeit lang in Göttingen gewirkt haben und die im Mittelpunkt dieser Führung standen, stehen noch Heute für den Zweifel am Glauben.“ (per)

Weitere Termine und Angebote zu Stadtführungen auf der Internetseite der Tourist-Information Göttingen. 

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