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Paukenschlag bei Ottobock: Will Investor EQT aussteigen?

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Von: Raphael Digiacomo

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Otto Bock HealthCare
Kurz vor Weihnachten gibt es Neuigkeiten rund um das Healthtech-Unternehmen Ottobock in Duderstadt: Laut Handelsblatt und dem Vorstand nahe stehenden Quellen soll Investor EQT seine Anteile an dem Prothesenhersteller veräußern wollen. © Swen Pförtner/dpa

Kurz vor Weihnachten brodelt es bei Ottobock in Duderstadt: Der Private-Equity-Investor EQT will wohl seine Anteile an dem Prothesenhersteller veräußern.

Duderstadt – Weihnachtszeit ist Trennungszeit: Keine Jahreszeit stellt Beziehungen so auf die Probe wie das Jahresende, was zahlreiche Statistiken bestätigen. Doch das gilt nicht nur für Paare; auch im Hause des Orthopädietechnikunternehmens Ottobock aus Duderstadt (Kreis Göttingen) droht nun eine vermeintliche Trennung.

Wie das Handelsblatt zuerst berichtete, plant die Private-Equity-Gesellschaft EQT Finanzkreisen zufolge, ihre Anteile an dem Prothesenhersteller zu veräußern. Demnach soll der Investor in Absprache mit Haupteigentümer Hans Georg Näder die Investmentbank JP Morgan mit der Suche nach einem Käufer für seinen Anteil beauftragt haben.

Investor EQT will bei Prothesenhersteller Ottobock aus Duderstadt aussteigen

Sowohl Ottobock als auch EQT nahmen auf Anfragen unserer Zeitung am Freitag (23.12.2022) keinerlei Stellung zum Thema. Der Zeitpunkt der Nachricht über den möglichen Ausstieg der schwedischen Investorengruppe wirkt symbolträchtig – gerade in Zusammenhang mit der Verkündung des neuen alten CEO Oliver Jakobi vor genau einer Woche.

Der Anteil von EQT an Ottobock beträgt aktuell 20 Prozent, die Investitionsgruppe mit Hauptsitz in Stockholm war 2016 beim Prothesenhersteller eingestiegen. Damals erwirtschaftete Ottobock bei einem Umsatz von rund 880 Millionen Euro einen Reingewinn von 140 Millionen, 2022 rechnet das Duderstädter Unternehmen mit Erlösen von über 1,2 Milliarden Euro.

Interims-CEO Oliver Jakobi ist nun ganz offiziell der neue Geschäftsführer von Ottobock.
Interims-CEO Oliver Jakobi ist seit Ende 2022 offiziell der neue Geschäftsführer von Ottobock. © Ottobock/nh

Also dürfte hinter dem Investment von EQT zumindest monetär am Ende ein Plus stehen, zumal Private-Equity-Investoren in der Regel eher für kurz- bis mittelfristige Anlagen bekannt sind. Gleichzeitig legt ein Verkauf der Anteile die Vermutung nahe, dass EQT selbst nicht (mehr) an hohe Gewinnaussichten in der nahen Zukunft glaube.

Kurswechsel bei Ottobock: Börsengang vorerst vom Tisch – CEO Jakobi soll‘s richten

Laut dem Vorstand nahe stehenden Quellen sollen die Gründe des Investors EQT für den Verkauf der Anteile vielfältig sein: Zunächst der verschobene Börsengang von Ottobock, zuletzt vermehrte im unternehmen umstrittene Personalentscheidungen sowie ein angeblich schlechter Draht zwischen Ottobock-Eigentümer Näder und Verwaltungsrat und EQT-Partner Marcus Brennecke.

Auch die Entscheidung Näders, den ehemaligen Vertriebschef Oliver Jakobi vom Interims-CEO vorerst zum Dauerchef zu machen, sei bei EQT auf wenig Gegenliebe gestoßen. Jakobi gilt dank seiner jahrelangen Arbeit als profunder Kenner des Unternehmens. Seine Benennung zum CEO zeige aber auch, dass das Projekt Börsengang, eng verknüpft mit seinem Vorgänger Philipp Schulte-Noelle, vorerst endgültig vom Tisch sei. (rdg)

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