Partei „Die Rechte“ sagt Aufmarsch in Güntersen ab

Auftritt der Partei „Die Rechte“: Unser Foto zeigt Anhänger der Partei bei einer Versammlung im März 2013 vor dem Rathaus von Kirchweyhe. Sie wurden von ihrem Vorsitzenden, Christian Worch (Mitte, braune Jacke), eingeschworen. Jetzt ist der Aufmarsch im Landkreis Göttingen abgesagt. Foto: dpa

Güntersen. Aufatmen in Güntersen: Der Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ am Samstag, 28. Februar, ist abgesagt worden. Das berichtet der Landkreis Göttingen.

Laut Landkreis war die Versammlung in Güntersen und alternativ in Adelebsen geplant. Die Behörde hatte dem Anmelder der Versammlung dazu eine „Verbotsverfügung“ angekündigt. Dieser zog daraufhin die Anmeldung für den Aufmarsch zum „Gedenken an Horst Wessel“ zurück. Ein Mitglied der Partei „Die Rechte“ stand hinter der Anmeldung für den Aufmarsch.

Der Landkreis hatte dem Parteimitglied vor einer Woche in einem Schreiben signalisiert, dass er die Versammlung einschließlich aller möglichen Marschrouten sowie sonstiger Ersatzveranstaltungen verbieten wolle. Die Kreisverwaltung räumte dem Anmelder die Gelegenheit zu einer Stellungnahme ein. Noch vor Ablauf der Anhörungsfrist am Mittwoch, 28. Januar, ging am Freitag beim Landkreis eine Mail mit der Absage des Anmelders ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Landrat Bernhard Reuter begrüßte in einer ersten Stellungnahme die Absage der Demonstration. Den Bürgern von Güntersen bleibe ein ungewolltes Schauspiel erspart. „Die Menschen in Güntersen und dem Flecken Adelebsen haben durch ihre geschlossene Haltung klargemacht, dass sie keinen rechten Aufmarsch wollen. Das zeigt Wirkung“, sagte Landrat Bernhard Reuter.

Die Kreisverwaltung habe mit klarem und unmissverständlichem Handeln die Günterser im Ringen um den Zusammenhalt und die Sicherheit im Dorf unterstützt. „Ich bin erleichtert, dass wir am 28. Februar nun völlig unbelastet ein buntes Frühlingsfest in Güntersen feiern können“, sagte der Landrat.

Gegen den Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ hatte sich starker Widerstand formiert. Ein „Göttinger Bündnis gegen Rechts“ rief zur Gegenwehr auf. In dem Bündnis hatten sich zahlreiche Gruppen, vor allem aus Parteien und Gewerkschaften, zusammengeschlossen. (bsc)

Hintergrund: Neonazistische Kleinpartei „Die Rechte“ und Horst Wessel

Die Partei „Die Rechte“ gilt laut Online-Lexikon Wikipedia als eine neonazistische Kleinpartei in Deutschland.

An der Gründung der Partei am 27. Mai 2012 waren hauptsächlich ehemalige Mitglieder der inzwischen aufgelösten rechtsextremen Deutschen Volksunion, die im Mai 2012 mit der NPD fusioniert hatte, beteiligt.

Der Aufmarsch sollte zum „Gedenken an Horst Wessel“ stattfinden. Er war ein Sturmführer der SA, der paramillitärischen Kampforganisation der NSDAP. Er starb im Februar 1930 an den Folgen einer Schussverletzung und wurde von den Nationalsozialisten zum „Märtyrer der Bewegung“ stilisiert. Wessel schrieb den Text zum „Horst-Wessel-Lied“, das kurz nach seinem Tod zur offiziellen Parteihymne der NSDAP wurde. Von 1933 bis 1945 wurde das Lied als inoffizielle Hymne stets im Anschluss an das offizielle Deutschlandlied gesungen. Das „Horst-Wessel-Lied“ ist in Deutschland verboten. (bsc)

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