Patient Stadthalle Göttingen: Diagnose der Schäden läuft

Die Göttinger Stadthalle: Im ersten Quartal 2017 will die Verwaltung die notwendigen Sanierungsmaßnahmen vorstellen. Foto: Rampfel

Göttingen. Die Stadthalle am Albaniplatz ist ein schwieriger Fall. Die Sanierung wird vermutlich einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen, wie jetzt im Kulturausschuss bekannt wurde.

Genaue Zahlen wollte Stadträtin Petra Broistedt, die auch für den Bereich Kultur zuständig ist, noch nicht nennen. Erst Anfang 2017 werden konkrete Zahlen vorgelegt - und zwar während einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss. Dann werden auch die notwendigen Sanierungsarbeiten vorgestellt. Außerdem ist geplant, dabei Überlegungen für eine mögliche Erweiterung der Stadthalle zu präsentieren.

Klar ist, dass in allen Bereichen der Halle etwas passieren muss, also bei Heizung, Lüftung, Elektroinstallation, Brandschutz, Akustik, Bühnentechnik und natürlich am Gebäude selbst. Dazu wird ein Gutachten erarbeitet, das über den Zustand des Betons Auskunft gibt.

Außerdem steht eine Fassadensanierung an, denn derzeit müssen immer wieder lockere Kacheln befestigt werden. „Wir scannen gerade alle Schichten der Stadthalle“, verglich Petra Broistedt die momentane Diagnose mit einer Untersuchung mit einem Magnetresonanztomographen (MRT).

Wie umfangreich die Arbeiten ausfallen werden, wird an einer Zahl besonders deutlich: Der Etat für die notwendigen Planungskosten für das Projekt wurden vervierfacht - von 100 000 auf 400 000 Euro.

Mit Blick auf den 100. Geburtstag der Händel-Festspiele 2020 gibt es einen konkreten Plan für den Zeitraum der Sanierung: Das Bauprojekt soll nach dem Ende der Festspiele im Frühsommer 2018 starten und vor Beginn der Jubiläums-Festspiele zwei Jahre später beendet sein, deutete Petra Broistedt eine Vorgabe von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) an.

Ratsmitglied Thomas Harms (Bündnis 90/Die Grünen) wies darauf hin, dass neben der Stadthalle weitere große Bau- und Sanierungs projekte im Kulturbereich anstehen, die den städtischen Haushalt belasten - und spielte damit unter anderem auf das Otfried-Müller-Haus und das Deutsche Theater an.

Mit Blick auf den Zustand der Einrichtung am Albaniplatz machte die Stadtverwaltung deutlich: „So können wir die Stadthalle auf Dauer nicht weiterbetreiben. Wir brauchen eine grundlegende Sanierung.“ (bsc)

Stadthalle bietet mehr als 1000 Sitzplätze für Besucher

Die Göttinger Stadthalle bietet bei Veranstaltungen mehr als 1000 Sitzplätze. Sie wurde vom Wiesbadener Architekten Rainer Schell als Musik- und Kongresshalle gebaut und am 1. September 1964 am Ort des ehemaligen Stadtparks in Betrieb genommen. Die Architektur, das gilt insbesondere für die Fassadengestaltung in violetter Keramik, führte zu Diskussionen in der Bevölkerung. Gleiches galt für das an der Westseite angebrachte Bronzerelief „Die Stadt“ von Jürgen Weber. Geblieben ist von dieser Kritik der Spitzname „Kachelofen“.

In die Instandhaltung der Stadthalle ist in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Million Euro investiert worden. Viele Gäste erleben in der Stadthalle, die von der stadteigenen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung betrieben wird, Kulturveranstaltungen. Sie ist Heimspielstätte des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO). (bsc/tko)

www.stadthalle-goettingen.de

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