75 Jahre und topfit: Peter Kraus rockte die Lokhalle

Außer Rand und Band: Peter Kraus, 75, bot mehr als zwei Stunden hochklassige Musikunterhaltung in der Lokhalle. Foto: Jelinek

Göttingen. Einen herrlich lockeren wie musikalisch durchaus gehaltvollen Abend liefert ein liebenswerter Peter Kraus am Samstag den 2500 Besuchern in der Lokhalle. Am Ende stehen fast alle.

Die meisten Besucher sind am Samstag jenseits der 60. Aber: Alter schützt vor Rock nicht, das wird schnell klar. Sie wollten zurück auf eine Zeitreise hinein in ihre „heißen“ Jahre versetzt werden, die 50er und 60er. Und das war eben die Zeit des Rock ´n Roll, die Zeit des deutschen Elvis, die Zeit des Peter Kraus.

Der weiß, was seine Fans wollen, auch Elvis-Songs wie „Love me Tender“ und eine starke Fassung von „Viva Vegas“. Und dann holt er ihn raus: den Hüftschwung, jene vor dem Spiegel einstudierte Bewegung, bei deren Vorführung die Mädels ausflippten und die Eltern wegschauten.

Beim Rock-Medley in Halbzeit zwei ist es um viele Tanzwillige geschehen, sie eilen schnellen Schrittes nach vorne vor die Bühne und rocken zu „Jailhouse Rock“ und anderen Krachern wild ab. Schluss mit dem Sitzen für viele ist dann, als der gertenschlanke Peter seinen Mega-Hit „Sugar Baby“ anstimmt. Riesenjubel! Doch der sympathische Kraus wäre nicht Kraus, wenn er nicht auch über sich als Rock-Opa scherzen könnte. Heute sei er der „Sugar Daddy“.

Aktualisiert um 16.33 Uhr.

Und den „Tiger“ mimt und singt er 2015 gänzlich anders als im Entstehungsjahr 1959: Damals kompromisslos rockig, heute altersgerecht als Volksmusi-Stück. Jetzt ist Peter der ausgebildete Schauspieler, bietet ein Stück. Seine Hits wie „Mit 17“, „Wenn Teenager träumen“ und „Ba bene“ liefert er so wie es sein soll. In Gedanken der Fans ist er nun der Star, der Angehimmelte von einst. Und dem 75-Jähigen verzeihen sie sogar Zoten: „Früher flogen die Slips auf die Bühne, am Tourauftakt 2014 auch – aber sie waren deutlich größer als früher.“ Sonst aber ist Peter lieb und ein guter Sänger, unterstützt von einem starken Chor. Mit dabei: die Göttingerin Christiane Eiben. Sie interpretiert mit Peter einen Helene-Fischer-Song.

Auf Zeitreise sind wir jetzt im heute: Denn Peter Kraus hat beachtliche Arrangement von aktuellen Teenie-Stars im Programm. Darunter eine prima instrumentierte swingende Version von Materias „Lila Wolken“. Toll! Die Zeitreise gibt es auch übrigens visuell: Zu den alten Kraus-Hits laufen Szenen aus seinen Filmen. „So war es damals“, bestätigt eine Besucherin. Über das Konzert sagt sie: „Unglaublich, dieser Mann.“

Fazit: Der Rock n´Roll hat überlebt, der Hüftschwung auch, und der Peter den King Elvis. „Wenn ich fit bleibe, dann wird das eine lange Abschiedstournee“ sagt Kraus noch. Und viele Fans werden gedacht haben. Peter bleib fit, mach weiter! Dann sing er noch „Schwarze Rose“ und verlässt die Bühne. Die Lokhalle tobt.

Peter Kraus rockt die Lokhalle

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