Vom Grünen, der Kurzstrecke fliegt, und dem Ende des Klassenfahrtboykotts

Peter Mlodoch über die Woche in Hannover

Alle hehren Vorsätze nutzen nichts. Obwohl kürzere Flüge aus Klimaschutzgründen bei den Grünen eigentlich verpönt sind, steig Landwirtschaftsminister Christian Anfang Oktober in einen Passagierjet.

Anders ist sein Reiseziel Norwegen, wo sich der Ressortchef über den Tierschutz in der Schweinemast informieren will, kaum vernünftig zu erreichen. Mit der Bahn wäre es äußerst mühselig. Immerhin bleiben dem Minister dadurch diesmal wohl lästige Fragen der Opposition erspart. Bei seinem Kurztrip nach Österreich vor zwei Jahren hatte Meyer statt eines Billigfliegers den Nachtzug nach Wien genommen. Die CDU mokierte sich daraufhin über angeblich übertriebene Reisekosten.

Mit der von ihnen gerichtlich erkämpften Rückkehr zu den alten 23,5 Unterrichtsstunden für Niedersachsens Gymnasiallehrer hat sich im neuen Schuljahr auch deren Boykott von Klassenfahrten erledigt. Dass es den Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW, Eberhard Brandt, ebenfalls auf Tour mit Schülern zieht, ist indes privater Natur: Brandt begibt sich als Begleitperson für seine Ehefrau, die Lehrerin in Hamburg ist, auf Klassenfahrt. Das sei selbstverständlich mit der dortigen Schulbehörde abgesprochen, betonte Brandt.

Da spurte selbst der Landtagspräsident: Nachdem Bernd Busemann (CDU) das restaurierte Gips-Ross aus dem abgerissenen Plenarsaal im Parlamentsprovisorium feierlich enthüllt hatte, wandte er sich freundlich an die Fotografen: „Jetzt müssen Sie sagen, welche Bilder Sie machen wollen.“ Sofort schallte ihm ein energisches „Ohne, ohne“ entgegen. Sollte heißen: das weiße Pferd solo, ohne den Hausherrn. Busemann fügt sich artig und sprang zur Seite.

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