Forscherteam machen aufsehenerregende Entdeckung

Planeten wie eine Super-Erde

Gute Bahn: Drei Planeten des Systems GJ 667C liegen in der habitablen Zone, wo Lebensformen möglich wären.
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Gute Bahn: Drei Planeten des Systems GJ 667C liegen in der habitablen Zone, wo Lebensformen möglich wären.

Göttingen. Erneut sind erdähnliche Planeten im Weltall entdeckt worden: Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung der Universität Göttingen hat ein Planetensystem um den Stern Gliese 667C (GJ 667C) mit mindestens sechs Super-Erden nachgewiesen.

Auf drei Planeten dieses Systems könnte es zudem Wasser geben, da sie in einem dafür notwendigen Abstand zum Stern positioniert sind. Deshalb könnten dort Lebensformen existieren. Bereits im November 2012 hatte ein Team mit dem Göttinger Prof. Dr. Ansgar Reiners eine Super-Erde in einem Sonnensystem des Sternbilds Pictor 42 Lichtjahre entfernt ausgemacht.

Das System GJ 667C liegt „nur“ 22 Lichtjahre entfernt im Sternbild Scorpius (Skorpion) und wurde nun noch einmal von den Sternen-Forschern unter die Lupe genommen: Frühere Untersuchungen von GJ 667C hatten ergeben, dass das Sternensystem drei Planeten beherbergt, von denen sich einer in der habitablen Zone befindet.

„Wir wussten aus früheren Untersuchungen, dass der Stern drei Planeten hat. Also wollten wir überprüfen, ob es noch mehr gibt”, erläutert Dr. Guillem Anglada-Escudé, Leiter der Studie. „Wir konnten die Existenz dieser drei Planeten nicht nur bestätigen, sondern haben mit Gewissheit zusätzliche Planeten nachgewiesen. Drei massearme Planeten in der habitablen Zone des Sterns zu finden, ist etwas Besonderes.“

Die Wissenschaftler haben in der Studie Daten des European Southern Observatory (ESO) in Chile mit neuen Beobachtungen kombiniert und fanden dabei Anzeichen von mindestens sechs Planeten um den Stern GJ 667C. Alle Planeten sind bestätigte Super-Erden – also massereicher als die Erde, aber massearm im Vergleich zu Gasplaneten wie Uranus oder Neptun.

Drei von ihnen befinden sich in der habitablen Zone, wo Leben möglich ist. Das System von GJ 667C ist das erste Beispiel für ein System, in dem ein massearmer Stern mehrere Planeten in der habitablen Zone beherbergt, die möglicherweise Gesteinsplaneten sind und auf denen Wasser vorkommen könnte.

Dr. Anglada-Escudé sagt: „Kompakte Planetensysteme um sonnenähnliche Sterne sind in der Milchstraße reichlich vorhanden. Planeten, die nahe um solche Sterne kreisen, sind sehr heiß und es ist unwahrscheinlich, dass sie bewohnbar sind. Für kühlere und lichtschwächere Sterne wie GJ 667C ist das jedoch nicht der Fall. Hier befindet sich die habitable Zone viel näher am Stern als es für unsere Sonne der Fall ist“, sagt Dr. Anglada-Escudé.

Würde man mit etwa 100 Millionen km/h reisen können, ein Zehntel der Lichtgeschwindigkeit, würde die Tour zu den Super-Erden 220 Jahre dauern – viel zu lange für ein menschliches Leben. (tko)

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