Politischer Aschermittwoch: Oppermann lobt Solidarität mit Flüchtlingen

Politischer Aschermittwoch in Gieboldehausen: Thomas Oppermann, SPD-Bundestagsabgeordneter und Fraktionschef, blickte auf zwei erfolgreiche Jahre der Koalition zurück. Foto: Schröter

Gieboldehausen. Beim 26. Politischen Aschermittwoch des SPD-Unterbezirks Göttingen nahmen die Redner auch diesmal wieder kein Blatt vor den Mund.

Mehr als 100 Gäste waren in den Niedersachsenhof nach Gieboldehausen gekommen, um Ungeblümtes aus Berlin, aber auch aus dem eigenen Wahlkreis zu hören. „Wir blicken auf zwei erfolgreiche Jahre große Koalition zurück“, begann Gastgeber Thomas Oppermann, Vorsitzender der Bundestagsfraktion und Unterbezirksvorsitzender, seinen Bericht aus Berlin. Vor allem die Schaffung von 600 000 sozialversicherungspflichtigen Jobs habe für eine enorme Steigerung der Binnenkaufkraft gesorgt.

Schwierige Zeit

„Dennoch erleben wir diesen Aschermittwoch in einer schwierigen Zeit“, schwenkte er schnell um. „Im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland“, sagte Oppermann. „Eine Million Menschen können wir aber nicht jedes Jahr aufnehmen, weil wir sie ja integrieren wollen.“ Um die Flüchtlingsströme einzudämmen, müsse die Lage der Menschen in den Krisenregionen „wesentlich verbessert“ werden, müsse die Europäische Union ihre Verantwortung wahrnehmen und müssten die EU-Außengrenzen gesichert werden.

„Dass Deutschland den Kraftakt im vergangenen Jahr überhaupt geschafft hat, war nur möglich, weil Millionen Menschen freiwillig angepackt haben“, sagte Oppermann. Das sei ein „großer Akt der menschlichen Solidarität“ gewesen. „Ich bin stolz auf die Menschen in diesem Land, die so viel Solidarität gezeigt haben.“

Überhaupt nicht stolz ist der SPD-Bundestagsabgeordnete dagegen auf den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. „Es wird ein schwieriges Jahr und ein Koalitionspartner wie Horst Seehofer macht die Sache nicht gerade leichter“, sagte er. Seehofer habe sich in der Vergangenheit ja schon so einiges geleistet. „Aber mit seiner Aussage jetzigen Aussage, Deutschland sei ein Unrechtsstaat, ist er eindeutig zu weit gegangen“, sagte Oppermann und bezeichnete den CSU-Vorsitzenden als „ziemlich durchgeknallt“. Mit seinen Aussagen sei er Stichwortgeber für Pegida und AfD. „Das Problem ist, dass er immer wieder Probleme benennt, dafür aber keine Lösungen anbietet.“

Nachdem Landrat Bernhard Reuter einen launigen Rückblick auf seine nahezu vierjährige, aus seiner Sicht „sehr erfolgreiche“ Amtszeit geworfen und die Genossen auf die anstehenden Kommunalwahlen eingestimmt hatte, war es bei der Veranstaltung Zeit für den Hauptredner.

Als „Bruder Klaus“ verkleidet trat der ehemalige Landtagsabgeordnete und jetzige Bürgermeister der Samtgemeinde Artland, Claus Peter Poppe, ans Pult und erhielt von den begeisterten Zuhörern für seinen ebenso feinfühligen wie satirisch-bissigen politischen Rundumschlag viel zustimmenden Applaus. 

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