Pandemie

„Aufgeheizte und aggressive Stimmung“: Demo gegen Corona-Regeln in Niedersachsen eskaliert

Oft unangemeldete Aktionen von Impfgegner halten Polizei in Atem: Auch in Braunschweig protestierten Menschen in dieser Woche. Am Mittwochabend eskalierte eine Demo in Salzgitter, wie die Polizei meldet. (Archivfoto)
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Oft unangemeldete Aktionen von Impfgegner halten Polizei in Atem: Auch in Braunschweig protestierten Menschen in dieser Woche. Am Mittwochabend eskalierte eine Demo in Salzgitter, wie die Polizei meldet. (Archivfoto)

In Niedersachsen kommt es vermehrt zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen. In Hannover findet am Freitag derweil eine Mahnwache für die Pandemie-Opfer statt.

Salzgitter/Hannover – Vertreter von Wohlfahrtsverbänden zeigen sich beunruhigt über die Entwicklung. Einige Organisationen haben zu Kundgebungen gegen die Corona-Proteste aufgerufen - eine wird am Freitag (14.01.2022) am Opernplatz in Hannover stattfinden, eine andere am Samstag (15.01.2022) in Celle.

Ein nicht angemeldeter Protest gegen die Corona-Politik ist am Mittwochabend (12.01.2022) in Salzgitter nach Polizeiangaben eskaliert. Aus einer Gruppe von 50 Personen heraus seien Beamte beschimpft, beleidigt und körperlich angegangen worden, als sie die Versammlung auflösen wollten, teilte ein Polizeisprecher mit. Es habe eine „aufgeheizte und aggressive Stimmung“ geherrscht. Unterdessen zeigen sich immer mehr Stimmen besorgt über die Entwicklung bei den Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen.

Corona-Proteste in Niedersachsen: Personen aus der rechten Szene unter Demonstranten

In Salzgitter leitete die Polizei mehrere Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten ein und nahm drei Personen in Gewahrsam. Ersten Ermittlungen zufolge seien unter den Beteiligten auch Angehörige der rechten Szene gewesen, hieß es.

Die Protestler, darunter auch Kinder, seien durch mehrere Straßen gezogen. Einige Teilnehmer hätten gewaltsam versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen und sich vermummt, so dass die Beamten von einem bevorstehenden Angriff ausgingen. Erst als weitere Einsatzkräfte alarmiert worden seien, habe sich die Situation beruhigt.

Niedersachsen: Mahnwache für Opfer der Corona-Pandemie geplant

Der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, ist beunruhigt. „Mit großer Sorge sehe ich, wie unterschiedliche Meinungen, gerade in sozialen Medien, in Hass und Gewaltbereitschaft umschlagen“, sagte er. Das werde jetzt vermehrt auf den Straßen sichtbar und belaste Familien und Freundschaften. Der Polarisierung und Konfrontation dürfe jedoch kein Raum gegeben werden, forderte Lenke. „Wir müssen immer wieder das Gespräch miteinander suchen und die Bereitschaft behalten, dem Gegenüber zu verzeihen.“

Lenke hat sich einem Aufruf zu einer Mahnwache für die Opfer der Corona-Pandemie am Freitag auf dem Opernplatz in Hannover angeschlossen, die sich auch gegen Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Corona richtet. Auch in Celle wollen Bürger am Samstag gegen eine Verharmlosung der Pandemie demonstrieren. (epd/tko)

Auch in der Region Göttingen kam es zuletzt häufiger zu Corona-Protesten und Gegenkundgebungen. Zumeist verliefen die Corona-Demonstrationen rundum Göttingen allerdings friedlich.

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