Kameras sind bei Streifen dabei

Polizei in Südniedersachsen setzt auf Bodycams: Weniger Übergriffe auf Beamte

Eine Bodycam in Aktion
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Schutz für Beamte: Die Polizei in Südniedersachsen setzt auf Bodycams. (Symbolbild)

Die Polizei in Südniedersachsen setzt auf Bodycams bei Streifen. Ab sofort sind bei der Göttinger Direktion 121 der Körperkameras im Einsatz – 64 neue Exemplare kamen hinzu.

Göttingen/Northeim – Im Dezember 2019 waren die ersten Kameras an die Polizeiinspektionen verteilt worden. Zuvor gab es eine Testphase in Hildesheim, und die Erfahrungen sind positiv: Bislang wurden Videos, die mit den Kameras aufgenommen wurden, bereits in 150 Fällen als Beweis genutzt. Dokumentiert wurden beispielsweise Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. „Unser primäres Ziel ist es, durch den verstärkten Einsatz von zusätzlich angeschafften Bodycams Übergriffe auf unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte durch präventive Wirkung zu reduzieren“, macht Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig deutlich. Auch der Schutz Dritter soll durch den Einsatz verbessert werden.

Die Polizei setzt auf die Kameras, weil in den vergangenen Jahren die Gewalt gegen Beamte zugenommen hat. Waren es im Jahr 2018 noch knapp 400 Delikte, so stieg diese Zahl 2019 auf 461. Im vergangenen Jahr gab es ebenfalls erneut eine steigende Tendenz. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Die Videotechnik wird nach Angaben von Lührig ausschließlich von Einsatzkräften genutzt, die ein gut sichtbares Hinweisschild mit der Aufschrift „Videoaufzeichnung“ an ihrer Uniform tragen. „Für uns ist ein hohes Maß an Transparenz beim Einsatz der Bodycams wichtig. Zusätzlich dient dies aber auch der Nachvollziehbarkeit und somit der Überprüfbarkeit polizeilicher Handlunge und Maßnahmen.“

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig

Aus Sicht von Polizeipräsident Lührig sind die Kameras zudem ein gutes Mittel zur Deeskalation. Ein Beispiel: Ein Radfahrer sollte nach einem Verkehrsverstoß angehalten und kontrolliert werden. Er reagierte aber verständnislos, aufgebracht sowie beleidigend und baute sich mit bedrohlicher Körperhaltung vor den Beamten auf. Deshalb wurde die Bodycam nach Ankündigung eingeschaltet. Der Radler änderte laut Lührig sein Verhalten schlagartig und entschuldigte sich gleich mehrfach bei den Beamten. (Bernd Schlegel)

Gut 40 Kameras in den Kreisen Göttingen und Northeim im Einsatz

In den Kreisen Göttingen und Northeim setzt die Polizei mehr als 40 Körperkameras ein. Beim Einsatz- und Streifendienst in Göttingen gibt es neun Exemplare. Zudem sind Geräte bei der Autobahnpolizei (4), in Hann. Münden (3), Duderstadt (3+1), Osterode (3+1), Bad Lauterberg sowie bei der Verfügungseinheit (4) vorhanden. Im Bereich Northeim gibt es Kameras beim Einsatz- und Streifendienst (3), bei der Verfügungseinheit (2) sowie in Einbeck (3), Gandersheim (2) und Uslar (2). (Bernd Schlegel)

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