Polizei testete Autofahrer auf Alkohol und Drogen - Lange Staus

Göttingen. Einen Tag nach der groß angelegten Verkehrskontrolle auf der Autobahn bei Hann. Münden standen am Donnerstagnachmittag in Göttingen viele Räder still: 160 Polizisten aus zehn Bundesländern waren im Einsatz, um Autofahrer auf Alkohol, Drogen und Waffen zu testen.

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Von 15 bis 19 Uhr wurde der stetig anschwellende Berufsverkehr von der Bahnhofsallee und dem Maschmühlenweg über den schmalen Schützenanger geleitet, an dem parkende Autos auch noch die Fahrbahn verengten, so dass sich schnell lange Staus bildeten. Aus der Fahrzeugschlange winkten Beamte Autos heraus, deren Insassen dem geschulten Polizistenauge auffielen.

Das Ergebnis der Kontrolle:

Erwischt wurden sieben Autofahrer, die unter Einfluss von Drogen unterwegs waren. Diese Autofahrer dürfen ihren Wagen nun 24 Stunden nicht fahren. Bei mehreren Autofahrern fanden die Polizisten zudem kleinere Mengen Betäubungsmittel. Neben elf Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes wurden elf weitere Strafanzeigen, unter anderem wegen Urkundenfälschung, Verstoß gegen das Waffen- und Arzneimittelgesetz erstattet. Bei einer Person wurde außerdem ein Haftbefehl vollstreckt.

Insgesamt 260 Fahrzeuge hielt die Polizei an und kontrollierte deren Fahrer auf ihre Fahrtüchtigkeit.

Auf dem Schützenplatz schauten die Beamten dann ganz genau hin. Ursula Schulz aus Angerstein, die eigentlich schnell nach Hause wollte, wo ihr Kind wartete, musste aussteigen, Papiere vorzeigen, mit den Augen einem Stift folgen, auf einem Bein stehen und schließlich auf einer Linie laufen. Michael Schade vom regionalen Verkehrsdienst Homberg/Efze hatte Verdacht geschöpft: „Die Augen wippten ein wenig.“ Schulz hatte am Morgen ein Schmerzmittel genommen. Sie zeigt die Tabletten vor. Trotzdem muss sie zur Urinprobe auf eine Toilette in der S-Arena.

Schulz ist „sauber“. Andere müssen zur Blutentnahme in die Polizeizentrale an der Groner Landstraße. Die Polizei will zeigen, wie wichtig ihr der Kampf gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist. Bis 2020 soll die Zahl der Verkehrstoten um ein Drittel gesenkt werden.

Polizeikontrollaktion in Göttingen

Polizeikontrollaktion in Göttingen
 © Papenheim/HNA
Polizeikontrollaktion in Göttingen
 © Papenheim/HNA
Polizeikontrollaktion in Göttingen
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Polizeikontrollaktion in Göttingen
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Polizeikontrollaktion in Göttingen
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Polizeikontrollaktion in Göttingen
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Polizeikontrollaktion in Göttingen
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Polizeikontrollaktion in Göttingen
 © Papenheim/HNA
Polizeikontrollaktion in Göttingen
 © Papenheim/HNA
Pupillentest: Michael Schade vom regionalen Verkehrsdienst Homberg/Efze testet Ursula Schulz aus Angerstein auf Drogen. Eine Polizistin hält die Szene auf dem Göttinger Schützenplatz für einen Lehrfilm auf Video fest.

Auch Nicolas Zechiel (25) aus Göttingen und drei Mitschüler in seinem alten roten Golf werden auf den Schützenplatz dirigiert, auf dem Polizeikommissarin Corina Sudau die Einsatzleitung hat. Die vier angehenden Gärtner sind auf dem Weg von der Northeimer Berufsschule nach Hause. Zwei der Berufsschüler aus Waake und Herberhausen werden ihren Bus verpassen.

Polizeioberkommissar Andreas Köpke aus Frankfurt/Main und seine Kollegen tasten alle vier Schüler genau ab, filzen Geldbörsen und Tabakbeutel. Sie gucken ins Handschuhfach, unter die Sitze, durchsuchen alle Rucksäcke im Kofferraum – nichts.

Artikel aktualisiert um 21.15 Uhr

Nicolas Zechiel nimmt die zeitraubende Kontrolle mit Gelassenheit: „Ich sehe wohl so aus, als würde ich Gras rauchen. Aber ich mähe das nur.“

Von Christoph Papenheim

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