Kirchenmusik

Posaunenchor Bösinghausen feiert mit Gottesdienst seinen 120. Geburtstag

Gruppenbild im Waaker Pfarrgarten: Der Posaunenchor Bösinghausen besteht seit 120 Jahren.
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Gruppenbild im Waaker Pfarrgarten: Der Posaunenchor Bösinghausen besteht seit 120 Jahren.

Der Posaunenchor Waake-Bösinghausen feiert am Sonntag, 3. Oktober, sein 120-jähriges Bestehen. Deshalb gibt es einen Festgottesdienst in Waake.

Waake - Beginn ist um 16 Uhr auf dem Rittergut Wangenheim in Waake, Burgstraße 2. Die Predigt hält die kommissarische Superintendentin Wiebke Vielhauer. Bei schlechtem Wetter wird der Gottesdienst in den Gemeindesaal von Waake (Hacketalstraße 5 a)verlagt. Auch eine Delegation des Posaunenchors Frankenberg aus Sachsen wird erwartet.
 
Gegründet wurde der Bläserchor 1901 als „Kirchlicher Posaunenverein zu Waake“ von Pastor Christian Theodor Wilhelm Drömann. Die zwölf Gründungsmitglieder probten unter der Leitung von Militärmusiker August Rosenplänter. Im Juli 1906 gaben sie zwei Konzerte in Duderstadt und in der Knochenmühle in Göttingen, was 70 Kilometer Fußmarsch bedeutete.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine längere Pause. Erst 1920 wurde der Chor unter Pastor Parisius, wieder mit August Rosenplänter neu gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erneut eine Pause bis zur Wiederbelebung 1951. Die Zahl der Aktiven schwankte zwischen sieben und 25. Von 1983 bis 2014 leitete Dieter Sandau den Chor. Die Jungbläserarbeit wurde ausgebaut. Bläserfreizeiten führten die Mitglieder unter anderem auf Burg Ludwigstein, den Hohen Meißner und nach Fürstenberg. Außerdem waren die Musikerinnen und Musiker bei Sprengelposaunenfesten, Landesbläsertreffen und Kirchentagen dabei.

Mit dem Posaunenchor der sächsischen Gemeinde Frankenberg besteht seit DDR-Zeiten eine Partnerschaft. 1987 gab es einen gemeinsamen Auftritt in Frankenberg und nach der Grenzöffnung mehrere gegenseitige Besuche und Begegnungen, unter anderem auf dem Bundesposaunenfest.

Seit 2014 leitet Dr. Hermann Martens den Posaunenchor Waake-Bösinghausen, der aus acht bis dreizehn aktiven Musikerinnen und Musiker besteht. Der jüngste ist 20, der älteste 71 Jahre alt. Höhepunkte der jüngsten Vergangenheit waren 2016 die Teilnahme am Bundesposaunenfest in Dresden, 2017 die Fahrt mit dem Kreisposaunenchor nach Wittenberg zum Reformationsjubiläum und das Landesposaunenfest in Leer im Jahr 2018.
 
Corona hat auch vor dem Posaunenchor Waake-Bösinghausen nicht halt gemacht. Viele Proben und Konzerte ausfielen fielen aus. Auch auf die Anzahl der Musiker:innen hatte die Pandemie Auswirkungen. War es schon zuvor schon schwierig, die abnehmende Mitgliederzahl durch altersbedingten Austritt zu kompensieren, ist von der Nachwuchsgruppe von vier Grundschülern jetzt nur noch eine Spielerin übrig. Aber es gab auch positive Erlebnisse. In der Coronazeit erfreuten zahlreiche Freiluftgottesdienste rund um die Waaker Kirche, auf dem Rittergut Wangenheim, an der Luthereiche in Radolfshausen und am Seeburger See Zuhörer und Musiker, erinnert sich Leiter Dr. Herrmann Martens.

„Da die Blechinstrumente, Trompeten, Posaunen, Euphonium; vakant sind derzeit Flügelhorn und Tuba, ideal geeignet sind, draußen musiziert zu werden, konnten wir fast durchgehend outdoor aktiv bleiben. Zum Teil haben wir draußen geprobt oder in Kleingruppen, sobald es erlaubt war. Die Kirchengemeinde Waake hat zahlreiche Gottesdienste draußen abgehalten, bei denen wir musiziert haben: Konfirmationen am Seeburger See, Volkstrauertag, Advent, Heiligabend oder Ostermorgen“, sagte Dr. Martens.
 
Diese besondere Atmosphäre wird auch beim Jubiläum zu spüren sein. Da ist sich Martens ganz sicher. Er freut sich, dass der Posaunenchor schon so lange besteht. „Ich bin stolz, dass wir eine so alte Tradition fortsetzen können. Spannend ist es, dass Menschen so unterschiedlichen Alters und aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen zusammenkommen und mit ihren Instrumenten gemeinsam das Wort Gottes weitertragen. In der Zeit der Corona-Lockdowns war es immer ein tolles Zeichen des Trostes, wenn wir gemeinsam an der frischen Luft spielen konnten.“ (Bernd Schlegel)

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