Junior-Forschungspreis für Jana Zschüntzsch

Preis für Forschungen über Muskelabbau

Ausgezeichnet: Dr. Jana Zschüntsch Foto: UMG/nh

Göttingen. „Warum kommt der durch eine entzündliche Krankheit geschwächte Muskel trotz Behandlung nicht mehr auf die Beine? Diesem Rätsel ist Dr. Jana Zschüntzsch, Assistenzärztin in der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen auf der Spur.

Jetzt hat sie für ihre Forschungen zu der fortschreitenden Muskelerkrankung Einschlusskörpermyositis (Inclusion Body Myositis; IBM) den Junior-Forschungspreis 2013 der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) erhalten. Der mit 2500 Euro dotierte Förderpreis wird jährlich für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Muskelforschung vergeben. Die Preisverleihung fand in Aachen statt.

IBM ist eine autoimmun-entzündliche Muskelerkrankung, die vor allem Männer über 50 Jahre betrifft. Typisch für die Erkrankung sind eine Muskelschwäche und ein Muskelschwund, die sich langsam fortschreitend über Monate bis Jahre entwickeln. Die Entstehung der Krankheit ist bei der IBM nur teilweise geklärt.

Bisher mehren sich die Hinweise, dass ein Nebeneinander von Entzündung, Muskelabbau und Zellstress eine wesentliche Rolle spielt. Zum einen attackieren Entzündungszellen (T-Zellen) die Muskelfasern und schädigen diese zunehmend. Zum anderen kommt es zur Ablagerung von Eiweißen.

Völlig unklar ist: Obwohl es deutliche Anzeichen für ein entzündliches Geschehen gibt, wirkt eine Behandlung mit immunsupprimierenden Medikamenten – also Entzündungsprozesshemmern, die die körpereigene Abwehr regulieren oder unterdrücken – , gar nicht oder kaum. Der gestresste Muskel kommt nicht wieder „auf die Beine“. Jana Zschüntzsch hat die Wirksamkeit von Medikamen-ten genauer untersucht, die bislang als Standard in der Behandlung eingesetzt werden.

„Zusammenfassend tragen die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse dazu bei, eine Erklärung für die unzureichende Wirkung von immunsuppressiven Arzneimitteln bei der IBM zu geben und können somit helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln“, sagt Privatdozent Dr. Jens Schmidt, Leiter der Arbeitsgruppe neuromuskuläre Erkrankungen, in der die Untersuchungen der prämierten Arbeit in Zusammenarbeit mit der Abteilung Neuroimmunologie (Direktor: Prof. Dr. Alexander Flügel) durchgeführt wurden.

Jana Zschüntzsch wurde 1978 in Halle/Saale geboren und hat in Göttingen Humanmedizin studiert. Im Herbst 2007 wurde sie an der Medizinischen Fakultät in Göttingen promoviert. Seit 2005 arbeitet sie in der Klinik für Neurologie der UMG. Im klinischen Bereich hat sich Dr. Zschüntzsch auf neuromuskuläre Erkrankungen spezialisiert. (tko)

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