Kardiologische Krankenhausärzte

Preis für Forscher der Göttinger Uni-Medizin: Herzschwäche früh erkennnen

Live-Blicke in die Organe: Das vom Göttinger Forscher Max-Planck-Forscher Jens Frahm entwickelte Echtzeit-MRT an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ermöglicht auch Einblicke in das schlagende Herz und so Diagnosen von neuer Qualität
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Live-Blicke in die Organe: Das vom Göttinger Forscher Max-Planck-Forscher Jens Frahm entwickelte Echtzeit-MRT an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ermöglicht auch Einblicke in das schlagende Herz und so Diagnosen von neuer Qualität

Sie treiben die an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und darüber hinaus die schonende und präzise, frühe Erkennung einer Massenkrankheit voran: Prof. Andreas Schuster, und Priv.-Doz. Dr. Sören Backhaus forschen und arbeiten mit dem Echtzeit-MRT bei der Diagnostik der Herzschwäche und Herzinsuffizienz.

Göttingen – Die beiden Kardiologen und Herzforscher der UMG haben für ihre Arbeit den mit 15 000 Euro dotierten Karl-Ludwig-Neuhaus-Forschungspreis erhalten.

Mit diesem zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Leitende Kardiologische Krankenhausärzte (ALKK) wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit der klinischen Kardiologie beschäftigen.

Konkret belohnt wurden Schuster und Backhaus für ihre wissenschaftliche Arbeit und Publikation zur Echtzeit-MRT-Diagnostik bei diastolischer Herzschwäche, an der in Deutschland etwa drei Millionen Menschen leiden, und jährlich etwa 300 000 Erkrankte hinzukommen – die Hälfte davon haben eine Herzinsuffizienz.

Prof. Andreas Schuster

Die beiden UMG-Mediziner erreichen mit der angewendeten Untersuchungsmethode sowohl eine exaktere als auch schonendere Diagnose – und sie ist auch noch praktikabler als die übliche Rechtsherzkatheteruntersuchung, die die Pumpleistung des Herzens feststellt und zudem unter Belastung – die Patienten sitzen auf dem Fahrradergometer – stattfinden muss. Denn: Die diastolische Herzinsuffizienz als Erkrankung zeigt ihre Symptome bei vielen Patienten erst unter körperlicher Belastung und somit für die Mediziner erkennbar machen.

Die Herzkatheteruntersuchungen sind diagnostisch präzise, werden aber im Katheterlabor eher zurückhaltend eingesetzt, weil sie mit einem operativen Eingriff verbunden ist und ihre Durchführung in Kombination mit einem Fahrrad-Ergometer eine besondere Herausforderung darstellt. Häufig kommen Herzkatheteruntersuchungen daher erst zum Einsatz, wenn das Herz bereits deutlich überlastet ist, wie die Uni-Mediziner berichten. Folglich verzögert sich auch die häufig erst zu spät gestellte Diagnose und damit auch die Einleitung der Therapie. Das wiederum kann auch den Erfolg der Behandlung mindern.

Priv.Doz. Dr. Sören Backhaus.

Die revolutionäre Echtzeit-MRT-Diagnostik, die am Forschungsstandort Göttingen über den Max-Planck-Forscher Prof. Jens Frahm maßgeblich entwickelt worden ist, setzt so auch neue Maßstäbe in der Früherkennung der Herzinsuffizienz.

Kein Wunder, dass ich der Direktor der UMG-Klinik für Kardiologie und Vorsitzende des Herzzentrums, Prof. Gerd Hasenfuß, sehr über den Preis für „seine“ Ärzte freut: Schuster und Backhaus hätten „mit ihren Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Arbeit geleistet“, sagt Gerd Hasenfuß, der den Stellenwert der Erkenntnisse generell für die Medizin als bedeutsam einschätzt: „Die gewonnenen Ergebnisse könnten die Grundlage für eine nicht-invasive Standard-Diagnostik bei diastolischer Herzinsuffizienz werden.“ (Thomas Kopietz)

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