Dr. Francesca Odoardi aus der UMG für bahnbrechende Erkenntnisse ausgezeichnet

Preis für Göttinger MS-Forscherin

Ausgezeichnet: Forscherin Dr. Francesca Odoardi. Foto: nh

Göttingen. Die bahnbrechende Erkenntnisse einer Forschergruppe der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zum Ausbruch der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) aus dem Jahr 2012 sind jetzt mit einem Preis gewürdigt worden: Dr. Francesca Odoardi aus der Abteilung Neuroimmunologie hat für ihre wegweisende wissenschaftliche Arbeit 10 000 Euro der Sobek-Stiftung erhalten.

Die UMG-Wissenschaftler hatten in Versuchen mit Ratten herausgefunden, dass krankmachende Immunzellen (T-Zellen) in der Lunge für ihre Wanderung im Körper programmiert werden und dort lernen, scheinbar unüberbrückbare Hindernisse zu überwinden, um schließlich auch in die Nervenzellen des Gehirns gelangen zu können.

Diese eigentlich für den Körper positiven Immunzellen entfachen dann über Entzündungen im Gehirn oder im Rückenmark ihre zerstörerische Wirkung.

Die Folgen für die MS-Kranken sind Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen und sogar Lähmungen.

130 000 Menschen in Deutschland leiden an der Autoimmunerkrankung Multiplen Sklerose (MS), weltweit sind es mehr als 2,5 Millionen. Internationale Forschungsvorhaben beschäftigen sich heute schwerpunktmäßig damit, die Mechanismen der MS-Erkrankung herauszufinden und darüber den Schlüssel für eine ursächliche Bekämpfung zu finden.

Die Entdeckungen der UMG-Forscher um Prof. Flügel und Dr. Odoardi sollen nun helfen, neue Strategien der Diagnostik und – wenn möglich – der Therapie von MS zu entwickeln. Es geht aber konkret auch darum, zu verstehen, wie der Prozess abläuft, der die Immunzellen in der Lunge befähigt, die natürliche Blut-Gehirn-Schranke im Körper zu überwinden.

Francesca Odoardi hat in der katholischen Universität Rom Humanmedizin studiert und promovierte dort in Zusammenarbeit mit der Abteilung Neuroimmunologie des Max-Planck-Institutes für Neurobiologie in Martinsried. Seit 2009 ist sie Gruppenleiterin der Arbeitsgruppe „Echtzeitdarstellung neuroimmunologischer Prozesse“ in der UMG.

Die Sobek-Stiftung vergibt ihren Nachwuchspreis für richtungsweisende Forschungen im Bereich der MS und der dazugehörigen Grundlagenforschung. (tko)

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