Verein der Innenstadtakteure neu aufgestellt

Pro City: Göttingen braucht mehr Mut zum neuen Denken

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Verein Pro City: Neuer Vorstand mit Susanne Heller (links) an der Spitze und Robert Vogel (rechts). Geschäftsführerin der Gesellschaft Pro City GmbH wiederum ist Frederike Breyer. Verein und GmbH arbeiten eng zusammen.

Göttingen. Pro City setzt sich für die Belange der Innenstadthändler ein. Mit neuer Aufstellung soll in Teamarbeit Neues entstehen. Der Verein will auch bekannter werden.

Vorneweg geht Susanne Heller als Vorsitzende, die Philipp Bremer abgelöst hat. Der Verein, der 2018 seit 20 Jahren besteht, möchte weiter vorankommen: 213 Mitglieder hat er aktuell und „es dürfen gerne noch mehr werden“, wünscht sich die Geschäftsführerin der Gesellschaft Pro-City GmbH.

Ziel: Mehr Mitglieder

Potenzial wäre da: Weit mehr als 300 Geschäfte beteiligen sich an den Pro-City-Veranstaltungen mit verkaufsoffenen Sonntagen, etwa 800 Gewerbetreibende sind allein in der Innenstadt gemeldet.

Mit mehr Mitgliedern und mehr Gemeinsamkeit könne man auch mehr erreichen, diese keineswegs neue Formel gelte auch und besonders für die Händlergemeinschaft, so Breyer. „Wir müssen das, was wir tun und erreichen wollen, mehr Menschen in Göttingen klarmachen“, ergänzt Susanne Heller. So müssten laut Heller „noch mehr Geschäftsleute erkennen, dass beide – Pro-City-Gesellschaft und Verein – sich für die gemeinsamen Ziele starkmachen.“ Zudem böte man auch Hilfe bei Problemen oder Fragen an, könne mit Kontakten helfen.

Hilfe bei Problemen

„Es muss sich doch nicht jeder einzeln und alleine mit dem Problem Internethandel herumschlagen, da können wir koordinieren und helfen“, sagt Robert Vogel. Dafür steht auch Geschäftsführerin Frederike Breyer bereit, die bereits die interne Kommunikation über Homepage und E-Mails kräftig angekurbelt hat. „Die Mitglieder sollen erkennen, dass wir ihnen etwas bieten.“

Miese Eigenvermarktung

Versäumnisse in der Eigenvermarktung sieht Vorstandsmitglied Robert Vogel: „Wir waren bislang zu defensiv mit der Eigenvermarktung. Veranstaltungen wie Gänselieselfest und Nacht der Kultur, die Pro City organisiert, werden aber nicht als Pro-City-, sondern als Stadt-Veranstaltungen erkannt – das muss sich ändern“, fordert Vogel.

Göttingen bietet viel

Er plädiert deshalb für mehr Eigenwerbung in Göttinger-Sache. Am Ende müsse für Außenstehende sicht- und hörbar sein: „Göttingen hat viel zu bieten.“ Und als überzeugt formulierte Botschaft: „Wir leben gerne in Göttingen.“

Die Innenstadt noch attraktiver machen, mehr Gäste und Käufer locken, das will Pro City ebenso wie generell den Einzelhandel stärken, „der sich im Umbruch befindet“, wie Susanne Heller sagt. Mittlerweile seien schon viele auch schon im Online-Handel unterwegs, „das schließt sich mit dem normalen Ladengeschäft nicht aus“, erläutert Frederike Breyer.

Viele Menschen in der Stadt

„Wir wollen viele Menschen in der Innenstadt, wie sie dahinkommen, das ist uns letztlich egal, sie müssen nur die Möglichkeit haben, die Innenstadt gut zu erreichen“, bringt Robert Vogel ein Ziel der Vereinsarbeit auf den Punkt. Gastronom Vogel (Cafè Esprit) jedenfalls rät generell zum Querdenken: „Man muss in Göttingen bereit sein, neue Wege zu gehen, neu zu denken“ – auf vielen Ebenen wie Verkehr, Parken, Attraktionen. Andere Städte seien da erheblich weiter.

Parken ist ein Problem

Bei Pro City ist man bereit, neu zu denken, zu diskutieren, zu kritisieren und mitzugestalten. „Wir müssen generell mehr Miteinander sprechen in dieser Stadt, aber bevor etwas geplant wird“, sagt Vogel, um noch nachzuschieben, was sich beim Dauerproblem Parkplätze ändern müsste: Die Tarifzonen und ein teures Kurzparken: Die Tatsache, dass man 70 Cent für 45 Minuten Parken bezahlen muss, auch wenn man nur zehn Minuten bleibt, sei nicht tragbar.

Wenn man Probleme, wie eine nicht realistische Parkplatzzahl anprangere, dann erwarte man eine konkretere und zielführende Antwort der Stadt, kritisiert Vogel, das Verhalten der Bauverwaltung auf die Kritik.

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