Prof. Dr. Wolfgang Buss: Verdienstkreuz für den Mann des Sports

Hohe Auszeichnung: Landrat Bernhard Reuter (rechts) überreichte Dr. Wolfgang Buss das Bundesverdienstkreuz. Foto: Lawrenz

Holzerode/Seeburg. Professor Dr. Wolfgang Buss aus Holzerode erhielt für sein Engagement im Sport über fünf Jahrzehnte das Bundesverdienstkreuz.

Im Namen des Bundespräsidenten überreichte Göttingens Landrat Bernhard Reuter Buss vor 30 Mitstreitern und Weggefährten im Seeburger Restaurant Graf Isang die „höchste Auszeichnung unseres Staates“.

In seiner Rede stellte Reuter dar, wie Buss (71) schon früh damit begann, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. Er wirkte als Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister in der Gemeinde Ebergötzen (1976 bis 1981) und war fast zeitgleich Mitglied im Samtgemeinderat Radolfshausen. Vier Jahre war er Schöffe am Landgericht Göttingen und ist Mitglied vieler örtlicher Vereine. Seit 2011 ist der Historiker Ortsheimatpfleger der Gemeinde Ebergötzen.

Als Vorsitzender des Kreissportbunds (KSB) – in seinen Worten die „größte kulturelle Vereinigung des Landkreises“ – habe Buss neben Grundlagen für die hauptamtliche Verwaltung neue Angebote für Jugendliche und Senioren geschaffen und den Ausbau des Zeltlagers Stolle betrieben. In seiner Amtszeit von 1987 bis 2001 sei die Zahl der Mitgliedsvereine von 216 auf 254 mit insgesamt 61 200 Mitgliedern gestiegen. 1987 habe Buss die Bezirksgruppe Südniedersachsen in der Deutschen Olympischen Gesellschaft mitbegründet.

Buss möchte sein Wirken lieber „als freiwillige gesellschaftliche Tätigkeit“, denn als Ehrenamt betitelt wissen. Für ihn sei sein Engagement für die Gemeinschaft immer eine Art Verpflichtung gewesen. Dem Kind einer Flüchtlingsfamilie aus dem Osten habe der Großvater vorgelebt, dass er aktiv an der gesellschaftlichen Entwicklung teilhaben müsse, um sein Los und das seiner Schicht zu verbessern. Insbesondere sein Jahr als Schulsprecher des Felix-Klein-Gymnasiums habe ihn entscheidend für seine späteren Aufgaben geprägt.

Buss schilderte seine „Aufstiegsentwicklung von der Kindheit in einer völlig mittellosen Flüchtlingsfamilie bis zu einem relativ gesicherten Leben in einer funktionierenden Demokratie“. So hege er besondere Empathie für die jetzt eintreffenden Flüchtlinge. „Nach 1945 sind in Mittel – und vor allem in Westdeutschland circa 14 Millionen Flüchtlinge integriert worden“, hob er hervor.

Projekt mit Enkeltöchtern

Die viel kleinere Zahl an Flüchtlingen jetzt solle wie er ihre Chance bekommen. Auch für seine beiden Enkeltöchter möchte Buss nun seine Geschichte aufschreiben; „Go West“ will er seine Erinnerungen nennen. (zul)

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