Informatiker aus Clausthal-Zellerfeld

Professor macht deutlich: Ich bin kein Rassist

Das Wohngebiet auf den Zietenterrassen aus der Luft: Dort soll ein Wohnheim für gut 180 Flüchtlinge entstehen. Inzwischen regt sich Widerstand unter den Anwohnern. Archivfoto: Rampfel

Göttingen. In einem persönlichen Schreiben weist der Clausthal-Zellerfelder Professor Harald Richter die Kritik an seinem Schreiben zu dem geplanten Flüchtlingswohnheim auf den Göttinger Zietenterrassen zurück. Er sei in keinster Weise ausländerfeindlich oder rassistisch eingestellt.

An einem Brief des Informatik-Professors an die Göttinger Stadtverwaltung war scharfe Kritik laut geworden. Darin war davon die Rede, dass ein Flüchtlingswohnheim in der Nähe von Hochschulinstituten die Expansion der Wissenschaft und Hochtechnologie beenden könne.

Der Professor macht in seinem Schreiben deutlich, dass er vom familiären Hintergrund her selbst ein Ausländer sei und er eine Ausländerin aus der Ostukraine geheiratet habe. „Ohne ausländische Mitarbeiter und Studenten könnte ich unter anderem meine wissenschaftlichen Projekte nicht durchführen, und die Vorlesungen wären weniger gut gefüllt.“

Gleichzeitig fordert Richter ein, dass der Zuzug aus dem Ausland klug organisiert werden müsse: „Das fängt bei einer sinnvollen Asylpolitik an und hört bei einer pragmatischen Auswahl der Standorte von Flüchtlingswohnheimen auf.“

Zum Thema Zietenterrassen äußert sich Professor Harald Richter: „Wenn das Flüchtlings- und Asylantenwohnheim dort gebaut wird, ist die Freifläche für den High Tech-Standort Zietenterrassen verloren.“

Distanzierung

Unterdessen distanziert sich das Clausthaler Institut von dem Schreiben des Professors, der seine Dienstadresse benutzt hatte. Richter gehöre zwar dem Institut an, habe aber keine Leitungsfunktion inne. Seine Aussagen seien „weder mit uns abgestimmt, noch werden sie von uns geteilt“, erklären die Institutsdirektoren Professor Jörg P. Müller, Professor Jürgen Dix und Professor Sven Gartmann. Man verwahre sich dagegen, dass Richter seine Dienstadresse verwende, um seine private Meinung öffentlich kundzutun oder persönliche Interessen zu verfolgen. (bsc/pid)

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