HNA-Redaktion ist beteiligt

Projekt „PedShare“ in Göttingen: E-Bikes teilen und die Umwelt schonen

Projektstart für „PedShare“
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Projektstart für „PedShare“: (von links) Projektleiter Christoph Prinz, Co-Leiterin Christine Harnischmacher, HNA-Redakteur Bernd Schlegel, Prof. Lutz Kolbe, HNA-Redaktionsleiter Thomas Kopietz und Forschungsgruppenleiter Tim-Benjamin Lembcke bei der Übergabe der E-Bikes.

Ob mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: die Menschen sind viel und ständig unterwegs. In unserer Herbstserie „Mobilität“ berichten wir über alle Facetten rund um dieses Thema. Heute geht es um das Projekt „PedShare“ der Uni Göttingen.

Göttingen – „PedShare“ lautet der Titel eines Projektes der Universität Göttingen, mit dem der städtische Verkehr entlastet, Emissionen reduziert und die Mitarbeiter kleinerer und mittlerer Unternehmen vom Auto auf das Pedelec umgesattelt werden sollen. Daran beteiligt ist auch die HNA-Redaktion als einziges Unternehmen aus Göttingen, wo jetzt der offizielle Startschuss erfolgte.

„Unsere Umwelt wird durch den voranschreitenden Klimawandel, der besonders durch Emissionen vorangetrieben wird, immer stärker bedroht“, sagte Professor Lutz Kolbe vom Lehrstuhl für Informationsmanagement der Uni Göttingen, dessen Forschungsgruppe „Smart Mobility Research Group“ (SMRG) für das Projekt verantwortlich zeichnet.

„Elektrisch unterstützte Fahrräder können dabei helfen, den für große Teile dieser Emissionen verantwortlichen Verkehr nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten“, sagt Kolbe. Sie stellten eine attraktive Alternative zum Auto dar, weil sich mit ihnen ohne große Mühe und vor allem ohne den Ausstoß von Emissionen auch längere Strecken bequem und ohne viel Anstrengung bewältigen ließen.

Der Grund, warum nicht deutlich mehr Menschen für ihre täglichen Wege zum elektrischen Zweirad wechseln, liege für viele in den relativ hohen Anschaffungskosten der Pedelecs. „Und genau hier kann ein Sharing-Konzept wie ,PedShare’ Abhilfe schaffen“, betont Projektleiter Christoph Prinz. „Ziel des Projektes ,PedShare’ ist es, ein innovatives und wirtschaftlich tragfähiges Pedelec-Sharing-System auf Basis einer digitalen Sharing-Plattform zu etablieren, das speziell für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt ist.“ Mitarbeitern solcher Unternehmen werden dabei Pedelecs zur Nutzung bereitgestellt, die sie nicht nur für ihren täglichen Arbeitsweg oder für Termine während der Arbeitszeit, sondern auch für private Zwecke nutzen können. „Um den Mitarbeitern den Gebrauch von Pedelecs anstatt des privaten oder geschäftlichen Autos schmackhafter zu machen, werden wissenschaftliche Konzepte in das Projekt integriert, wodurch es den Nutzern beispielsweise möglich sein wird, sich mit Kollegen in Bezug auf zurückgelegte Distanzen, Geschwindigkeit oder Ähnlichem zu messen“, sagt Christoph Prinz.

Teilnehmer des Projektes, das vom Bundesumweltministerium mit knapp 270 000 Euro gefördert wird und das bis Ende 2021 läuft, sind neben der Göttinger HNA-Redaktion/Anzeigenabteilung das Weiterbildungszentrum Werk-statt-Schule in Northeim sowie die Firmen Eckold (St. Andreasberg) und Hoff Kaffeesysteme (Osterode). „Jedes dieser Unternehmen bekommt für die Projektdauer von uns ein Pedelec gestellt und hat selbst auch eines angeschafft, so dass jeweils zwei vor Ort parallel genutzt werden können“, sagt Lutz Kolbe. Neben den zur Verfügung gestellten E-Bikes besteht das System aus einer Online-Plattform und einer Smartphone-App, mit der die Verfügbarkeit der Räder ganz einfach überprüft und sie dann gebucht werden können.

Durch den Einsatz moderner Technologien wie elektrische Schlösser, die automatisch über Bluetooth vom Handy geöffnet und verschlossen werden, soll den Mitarbeitern der Zugang zu den Pedelecs so angenehm und einfach wie möglich gemacht werden. Außerdem sind GPS-Tracker für die ständige Ortung der E-Bikes sowie die Datenerhebungen für präzise Auswertungen des Projektes in das System eingebaut.

„Unser Ziel ist es, die App mit den Nutzern weiterzuentwickeln und zu perfektionieren und sie dann nach Beendigung des Projektes zu veröffentlichen“, sagt Lutz Kolbe.

„Für uns ist das Konzept wie gemacht, weil wir dadurch bei Terminen im Stadtbereich viel flexibler sind, der Verkehr keine Rolle mehr spielt und wir nicht auf Parkplätze angewiesen sind“, freuen sich HNA-Redaktionsleiter Thomas Kopietz und Redakteur Bernd Schlegel auf das Projekt. „Wir werden das definitiv auch unseren Kollegen in Kassel vorstellen, wo es deutlich mehr potenzielle Nutzer gibt als hier in unserer Redaktion in Göttingen“, sagt Kopietz.

Worte, die Kolbe nur allzu gerne hören dürfte, hat er doch die Hoffnung, „dass sich das Projekt im Anschluss verstetigt und viele Unternehmen die Möglichkeit des PedSharing nutzen“. (Per Schröter)

Hintergrund: Zwischen E-Bike und Pedelec gibt es Unterschiede

Technisch gesehen handelt es sich bei den Elektrofahrrädern, um die es beim Projekt PedShare geht nicht um E-Bikes, sondern um Pedelecs. Umgangssprachlich werden sie allerdings oft in einen Topf geworfen.

Dabei gibt es gravierende Unterschiede: Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer selbst in die Pedale tritt. E-Bikes hingegen fahren auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung durch den Fahrer, ähnlich wie ein Mofa. Darum benötigt der E-Bike-Fahrer auch mindestens einen Mofa-Führerschein und es gilt, wie auf dem Mofa auch, Helmpflicht. Außerdem sind E-Bikes ab einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde zulassungspflichtig.

Pedelecs hingegen gelten durch die Pedalunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde als Fahrrad und sind nicht zulassungspflichtig. Sie dürfen außerdem auf Radwegen gefahren werden, E-Bikes hingegen nur, wenn die Wege mit dem Zusatzschild „Mofas frei“ gekennzeichnet sind. Weitere Infos und Erläuterungen gibt es hier. (Wiebke Huck)

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