Mit Klappmesser schwer verletzt 

Nach Messerattacke in  Modegeschäft: 41-Jährigem wird versuchter Mord vorgeworfen

+
Messerattacke: In diesen Bekleidungsgeschäft in der Göttinger Innenstadt kam es zu dem tätlichen Angriff. Seit Donnerstag muss sich ein 41-Jähriger vor Gericht verantworten. 

Göttingen. Sechs Monate nach einer Messerattacke auf einen Kunden in einem Göttinger Bekleidungsgeschäft hat am Donnerstag vor dem Landgericht Göttingen der Prozess begonnen.

Der Angeklagte, ein 41-jährigen Küchenhelfer, soll Ende Januar in dem Modemarkt in der Göttinger Fußgängerzone einen 27-jährigen Mann aus Göttingen unvermittelt angegriffen und mit einem Klappmesser schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt.

Überraschender Vorfall

Die Tat hatte sich zur Mittagszeit ereignet. Laut Anklage kam die Messerattacke völlig überraschend. Der 41-Jährige habe den 27-Jährigen erst geschlagen und dann mit einem Klappmesser mit einer sieben Zentimeter langen Klinge mindestens achtmal auf ihn eingestochen.

Der 27-Jährige sei dann trotz seiner Stichverletzungen aus dem Geschäft gelaufen und stark blutend durch die Fußgängerzone geflüchtet. Der Angeklagte habe ihn weiter verfolgt. Erst als Passanten auf ihn einschrien und sich ihm in den Weg stellten, habe er von der weiteren Verfolgung abgelassen. Wenig später nahm die Polizei den 41-Jährigen in der Göttinger Innenstadt fest. Er sitzt seither in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Der 27-Jährige wurde mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik gebracht, wo er notfallmedizinisch behandelt wurde. Der Anklage zufolge hatte er acht Stichverletzungen unter anderem in Brust, Oberschenkel, Hüfte, Schulter und Hals, die potentiell lebensbedrohlich gewesen seien. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte den Tod des 27-Jährigen zumindest billigend in Kauf genommen.

Der Angeklagte wollte zu Beginn des Prozesses noch keine Angaben zur Sache machen. Sein Verteidiger kündigte an, dass sich sein Mandant voraussichtlich äußern werde, wenn das schriftliche Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen vorliege.

Hintergrund der Tat soll ein Vorfall gewesen sein, der zu dem Zeitpunkt bereits acht Monate zurücklag. Im Mai vergangenen Jahres soll es zwischen den beiden Männern in einem Imbiss zu einem Streit gekommen sein, der in eine körperliche Auseinandersetzung mündete. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 41-Jährige auf den 27-Jährigen losgegangen, hatte ihn zu Boden gebracht und getreten. Der 27-Jährige habe sich gewehrt, indem er ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte. Der aus der Türkei stammende Angeklagte soll sich dadurch in seiner Ehre gekränkt gefühlt und fortan auf Rache gesonnen haben.

Der Prozess wird im August fortgesetzt. Insgesamt hat die Schwurgerichtskammer zehn Verhandlungstage angesetzt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.