Vorwurf Untreue und Betrug

Prozessauftakt in Duderstadt: Ex-Zollbeamter wegen Untreue vor Gericht

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Ein Ex-Zollbeamter steht jetzt in Duderstadt für Gericht.

Ein 65-jähriger früherer Mitarbeiter des Hauptzollamtes Braunschweig muss sich seit Dienstag wegen gewerbsmäßiger Untreue und Betruges vor dem Amtsgericht Duderstadt verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Vollziehungsbeamten insgesamt 15 Straftaten vor. Der Angeklagte war zuletzt mit der Vollstreckung öffentlich-rechtlicher Forderungen in den Landkreisen Göttingen und Northeim betraut gewesen. 

Laut Anklage soll er zwischen Mai 2014 und April 2015 wiederholt Geldbeträge von Schuldner eingetrieben haben, ohne diesen eine Quittung zu geben. Statt das Geld wie vorgeschrieben umgehend an die Zahlstelle der Behörde weiterzuleiten, soll er die vereinnahmten Beträge erst nach einigen Wochen oder Monaten überwiesen und teilweise auch komplett einbehalten und für eigene Zwecke verwendet haben.

Zu den vielfältigen Aufgaben der deutschen Zollbehörden gehören nicht nur die Überwachung des Warenverkehrs und die Bekämpfung der Schwarzarbeit. Der Zoll vollstreckt auch Geldforderungen des Bundes und anderer öffentlich-rechtlicher Institutionen.

Die hierfür zuständigen Vollziehungsbeamten werden beispielsweise tätig, wenn ein Schuldner auch nach entsprechender Mahnung immer noch nicht die ausstehenden Kraftfahrzeugsteuern oder Beiträge für Krankenkassen, Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften gezahlt hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 65-Jährigen vor, in insgesamt zehn Fällen vereinnahmte Geldbeträge in Höhe von insgesamt 6400 Euro für eigene Zwecke verwendet zu haben, ohne sie weiterzuleiten. In fünf weiteren Fällen habe er insgesamt knapp 11.000 Euro zunächst für sich verwendet und erst mit erheblicher Verspätung an die Zahlstelle überwiesen.

Der Angeklagte selbst wollte sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den konkreten Vorwürfen äußern, wohl aber zu seinen persönlichen Befindlichkeiten. Er gab an, von seinem Vorgesetzten massiv gemobbt und bedroht worden zu sein. Dieser habe ihn regelmäßig „zur Sau gemacht“. Er sei völlig überlastet gewesen und habe die vielen Aufträge gar nicht schaffen können. „Psychisch gesehen war das ‘ne Katastrophe.“

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