"Zwischenfälle sehr selten"

Thailand-Touristin aus Göttingen von Qualle getötet

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Tödliche Gefahr: Würfelquallen leben in tropischen und subtropischen Gewässern in Küstennähe, allerdings in der Regel weiter südlich als Thailand.

Bangkok. Eine 20-jährige Touristin aus Göttingen ist in Thailand nach Kontakt mit einer giftigen Würfelqualle ums Leben gekommen.

Die Frau befand sich nach Polizeiangaben gemeinsam mit einer Freundin nach dem Abitur in den ersten Tagen einer längeren Reise um die Welt. Nach der Ankunft auf der Ferieninsel Koh Samui wollten die jungen Frauen demnach nachts eine Runde schwimmen gehen.

Dabei wurde die 20-Jährige von einer Würfelqualle gestochen, deren Tentakeln drei Meter lang sind. Ihre Freundin wollte zur Hilfe eilen und wurde ebenfalls gestochen.

Die beiden jungen Frauen wurden laut Polizei ins Krankenhaus gebracht. Die Göttingerin starb in der Nacht an den Folgen des Stichs, die andere kam mit leichten Verletzungen davon. Nach Angaben der Polizei könnten zwei Tropenstürme in jüngster Zeit die Tiere weiter nach Norden gespült haben. An den Stränden seien Warnschilder aufgestellt. Die Frauen hätten das womöglich nicht gesehen, weil sie im Dunkeln schwimmen gegangen seien.

Würfelquallen leben in tropischen und subtropischen Gewässern in Küstennähe, allerdings in der Regel weiter südlich als Thailand. „Es war das erste Mal in 14 Jahren, dass wir vor Koh Samui einen tödlichen Quallenkontakt hatten“, berichtete die Polizei. Im vergangenen Jahr war allerdings vor Koh Phangan – etwa 15 Kilometer weiter nördlich – ein französischer Junge nach dem Kontakt mit dem Gift einer Würfelqualle gestorben. Das Gift führt zu Lähmungen und Atemnot, weil es das Herz-Kreislauf-System angreift.

„Würfelquallen greifen nicht von sich aus Menschen an“, betont Achim Meyer vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen auf Anfrage unserer Zeitung. Vielmehr gerieten Taucher oder Schwimmer sehr selten – und dann zufällig – in die Tentakeln. In diesem Falle würden die Quallen den vermeintlichen Angreifer stechen und einen Giftcocktail absondern. Es ist jedoch in der Wissenschaft kein Muster bekannt, wann oder wo Menschen Opfer von Stichen werden.

In Australien werden teilweise Netze gespannt, die die Quallen vom Ufer fernhalten sollen. Auch Schilder sind auf dem Kontinent üblich.

In Deutschland hingegen muss sich laut Meyer niemand Sorgen vor gefährlichen Meerestieren machen.

Hier liegt Koh Samui

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