Grüne, Linke und Partei scheitern

Rat lehnt neue Wohnformen für Grundstück „Blaue Halle“ in Göttingen ab

Baugebiet am Elmweg  in Göttingen. Dort sollen auf dem Grundstück „Blaue Halle“ in Grone-Süd Reihenhäuser entstehen.
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Der Bebauungsplan sieht am Elmweg Reihenhäuser vor: das Grundstück „Blaue Halle“ im Göttinger Stadtteil Grone-Süd.

Auf dem Stadt-Grundstück „Blaue Halle“ am Göttinger Elmweg/Ecke Rodeweg sollen wie geplant Reihenhäuser entstehen. Ein Antrag von Grünen, Linken und Partei fiel durch.

Göttingen - SPD und CDU haben im Rat der Stadt einen Antrag von Grünen, Linken und Partei abgelehnt. Diese wollen die Fläche in Grone-Süd Initiativen zur Verfügung stellen, die neue Formen gemeinschaftlichen Wohnens verwirklichen möchten.

„Die Stadt hat die Wohnraumagentur OptiWohn ins Leben gerufen, um gemeinschaftliches Wohnen in Göttingen zu fördern“, erklärte Dr. Dagmar Sakowsky (Grüne) den Antrag. Tatsächlich hätten sich eine Reihe entsprechender Gruppen gebildet – so die Initiativen „Wohnen in der Stadt“ oder „Anders leben / Lebenstraum“.

Alleinerziehende Mütter könnten gemeinsam eine Wohnung beziehen und sich gegenseitig bei der Beaufsichtigung der Kinder helfen, ergänzte Bärbel Safieh (Linke). Große Wohnungen würden zudem für kinderreiche Familien mit geringem Einkommen benötigt. „Es gibt Investoren, die Gebäude für solche Nutzungen errichten würden“, betonte die grüne Ratsfrau Sakowsky.

Die Antragsteller konnten CDU und SPD jedoch nicht überzeugen. Die Diskussion über das Grundstück sei bereits vor Jahren beendet worden, sagte Marcel Pache (CDU).

Es liegt ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Areal vor, auf dem früher einmal eine große, blaue Lagerhalle gestanden hat. Er sieht dort Reihenhäuser vor, wie sie in den vergangenen Jahren in der Nachbarschaft bereits entstanden sind.

„Es gibt in Göttingen viele junge Familien, die ein bescheidenes Reihenhaus – und keine Villa im Ostviertel – bauen wollen“, betonte Pache (CDU).

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins erklärte, dass sich auch andere Flächen in der Stadt für neue Formen gemeinschaftliches Wohnen nutzen ließen, etwa Helmsgrund, Bismarckstein oder das Areal südlich des Kiesseekarrees. Von „Nebelkerzen“ sprach daraufhin der grüne Fraktionsvorsitzende Rolf Becker. Die Fläche Helmsgrund liege in Landschaftsschutzgebiet. Am Bismarckstein seien Häuser für ein „gehobenes Klientel“ im Gespräch gewesen und für die Flächen südlich des Kiesseekarrees gebe es überhaupt noch keine Planungen.

Edgar Schu (Linke) zeigte sich besonders von der CDU enttäuscht. Deren Fraktionschef, Olaf Feuerstein, setze sich seit Wochen zurecht mit großem Engagement für die besonders benachteiligten Bewohner der Problemimmobilie am Hagenweg 20 ein. Die Herausforderungen ließen sich aber nur durch eine kräftige Förderung des sozialen Wohnungsbaus lösen. (Michael Caspar)

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