Am Samstag vor dem Alten Rathaus

"Redet mit uns statt über uns": Aktion des Landvolkes in Göttingen

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Ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Trotz Reizthemen wie Glyphosat kommt bei Landwirten und Bürgern gute Stimmung auf. Durch das direkte Gespräch sollen Fragen geklärt werden.

Göttingen. Über das Thema Landwirtschaft wird häufig kontrovers diskutiert. Glyphosat, Massentierhaltung und Düngemittel sind nur einige der Reizthemen. Doch was sagen eigentlich die Betroffenen, also die Landwirte, zu diesen Themen?

Interessierte haben am Samstag, 20. Januar, vor dem Alten Rathaus in Göttingen ab 11 Uhr die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen.

Zum dritten Mal startet dort die Aktion des Landvolkes „Redet mit uns statt über uns“. Zu erkennen sind die 50 bis 80 Teilnehmer an ihren gelben Westen. Auch ein Trecker-Korso soll auf die Aktion aufmerksam machen.

Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen, hofft auf ähnliche gute Erfahrungen wie in den Jahren zuvor. Hübner erklärt: „Es gibt keine Redner oder Ähnliches. Die Bürger können einfach mit normalen Bauern Kontakt aufnehmen und ins Gespräch kommen.“

Das ist in seinen Augen auch besonders wichtig. Er beobachte seit Jahren eine zunehmende Entfremdung zwischen Landwirten und der Bevölkerung. Und eine gewisse Stimmung gegen die Landwirtschaft. Deshalb sagt er: „Natürlich ist nicht alles supertoll. Aber wir versuchen, die Landwirtschaft fortlaufend zu verbessern.“ Besonders stört ihn, dass auf komplizierte Fragen einfache Antworten gesucht würden. Etwa beim Thema Glyphosat.

Reizthema Glyphosat

Landwirte, so erklärt Hübner, würden sich nach den Gesetzen richten. Da Glyphosat erlaubt sei, nutze man es auch. Die Behörden entschieden, was bedenklich ist und was nicht. Sollten sich diese entschließen, einen Stoff zu verbieten, würde man dies akzeptieren. Doch kaum jemand frage, was die Alternativen seien. Hübner: „Glyphosat müsste ersetzt werden. Durch andere Chemie, die vielleicht noch schädlicher ist. Oder die Böden müssen stärker bearbeitet werden. Dadurch wird jedoch mehr Nitrat ausgewaschen.“

Um über solche komplizierten Sachverhalte aufzuklären, stehen die Landwirte am Samstag bereit. Dabei muss es nicht immer nur um kontroverse Themen gehen. Auch allgemeine Fragen zur Arbeit der Landwirte oder was der Betrieb macht, sind jederzeit möglich.

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