Regenwasserkanal für Uni-Klinik: Durchbruch bei Bohrung

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Ziel erreicht: UMG-Projektleiter Dipl.-Ing. Detlef Benezé an der Steuerein-heit zur punktgenauen Lenkung der Rohrvortriebsmaschine.

Göttingen. Der letzte Durchbruch ist geschafft. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag hat die Rohrvortriebsmaschine für den unterirdischen Entwässerungskanal des Uni-Klinikums die Betonwand in der Zielgrube „Grüner Weg“ durchbrochen.

Damit ist der dritte und zweitlängste Tunnelabschnitt des Entwässerungskanals mit etwa 380 Meter Länge fertiggestellt. Er reicht von der Baustelle am neuen Güterverkehrszentrum (GVZ) bis zur Zielgrube im „Grüner Weg“.

Der dritte Abschnitt des Tunnels führt streckenweise unter dem Werksgelände von Novelis hindurch. Dabei musste eine technisch anspruchsvolle Kurve gefahren werden. Auch diese kritische Hürde wurde ohne Probleme und punktgenau genommen.

Für den letzten Abschnitt wurden 127 Rohre mit einem Innendurchmesser von 1,60 Metern benötigt. Der Entwässerungskanal für das Universitätsklinikum Göttingen bekommt so Anschluss zu dem ebenfalls neu gebauten, städtischen Entwässerungsk-nal des GVZ, über den gleichfalls Oberflächenwasser in die Lutter geführt wird. Insgesamt ist der unterirdische Entwässerungskanal der UMG 1210 Meter lang.

Auf der dritten Wegstrecke des Regenwasserkanals war eine Rohrvortriebsanlage mit einem Bohrkopf mit einem Durchmesser von 2,20 Metern im Einsatz. Insgesamt hat die Vortriebsanlage eine Länge von elf Metern und ein Gewicht von 46 Tonnen.

Mit dem sogenannten Microtunneling-Verfahren wurden jeden Tag durchschnittlich zwölf Meter Strecke in 13 Metern Tiefe überwunden. Dabei presste die Tunnelvortriebsanlage den Bohrkopf unterirdisch nach vorne. Bereits im Spätsommer 2015 soll das Wasser im unterirdischen Entwässerungskanal fließen.

Bis dahin sind noch weitere Arbeiten notwendig. Die vier großen Schachtbauwerke, die bisher als Start- und Zielgruben für den Vortrieb dienten, werden für ihre künftige Nutzung im Kanalsystem ausgebaut. Dazu werden Wände betoniert und es werden Treppen eingebaut.

Der Schacht „Grüner Weg“ erhält zusätzlich eine spezielle Drosseltechnik. Sie sorgt dafür, dass nicht mehr als die maximal zulässige Wassermenge von 1600 Liter pro Sekunde in die Lutter eingeleitet wird.

Auch an der Baugrube am GVZ sind noch technische Einbauten vorzunehmen. Sobald alle Bauwerke und technischen Einrichtungen fertiggestellt sind, erfolgt der Rückbau der Baustellenstandorte Die Oberflächen um die Baugruben herum werden wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Der Entwässerungskanal wird künftig von den Göttinger Entsorgungsbetriebe betrieben. Die Übergabe ist für Anfang 2016 geplant.

Neuer Entwässerungs-Kanal fürs Klinikum ist über 1200 Meter lang

Der Entwässerungs-Kanal verbindet über eine Strecke von 1210 Metern das Pumpwerk vor dem Bettenhaus 1 am Universitätsklinikum Göttingen mit einem Anschluss des Entwässerungskanals des neuen Güterverkehrszentrums (GVZ).

Von dort aus wird das Regenwasser in die Lutter geleitet. Der Kanal besteht aus drei Kanalabschnitten mit unterschiedlichen Außendurchmessern (1,65 Meter, 2,2 Meter sowie 2,5 Meter). Dabei dient der längste Abschnitt - zwischen Universitätsklinikum und Grüner Weg - mit einer Länge von 650 Metern künftig als Rückstauraum und ersetzt das heutige Rückhaltebecken vor dem Bettenhaus 1. Dort kann künftig Wasser zurückgehalten werden, das nicht sofort in die Lutter abgelassen werden darf.

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