Landkreis Göttingen

Rehkitz-Rettung mit Drohnen-Unterstützung in Göttingen: Ministerium unterstützt Anschaffung

Ein Rehkitz im Grünen
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Rehkitze sind besonders gefährdet, da ihre ersten Lebenswochen in die Mähperiode fallen. (Symbolbild)

Beim Mähen dicht bewachsener Flächen kommen immer wieder Rehkitze, die dort von ihren Müttern zum Schutz abgelegt wurden, ums Leben. Drohnen können dabei helfen, sie zu retten.

Göttingen – Immer wieder sterben Rehkitze bei der Mahd von Grünland – auch in Südniedersachsen. Ein Lichtblick bei dieser Problematik ist die Förderung der Anschaffung von „Drohnen-Flugtechnik“ durch das Bundeslandwirtschaftsministerium.

Vegetations- und witterungsbedingt bleibt den Landwirten nur ein kleines Zeitfenster, um ihre Wiesen zu mähen. Moderne Landmaschinen arbeiten dabei immer schneller und effizienter. Aus der Kabine der großen Maschinen kann der Fahrer Wildtiere in dichten Grasbeständen aber oft nicht entdecken.

Betroffen sind vor allem Rehkitze, da in ihren ersten Lebenswochen die erste Mähperiode des Grünlands ansteht. Doch anstatt zu fliehen, verharren Kitze regungslos auf dem Boden, wenn ihnen Gefahr droht.

Drohnen zur Rehkitz-Rettung in der Region Göttingen: Drohnen effektivste Möglichkeit

Eine Drohne zur Rehkitz-Rettung in Aktion: Die Flugegräte haben eine Wärmebildkamera an Bord. (Symbolbild)

Schätzungen zufolge werden jedes Jahr tausende Rehkitze bei der Mahd getötet. Die bisher gesammelten Erfahrungen bei der Kitzrettung zeigen, dass moderne, mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen die mit Abstand effektivste Möglichkeit sind, Rehkitze zu orten und zu retten. In Südniedersachsen und Nordhessen sind bereits die ersten Fluggeräte im Einsatz – mit Erfolg.

„In 2020 sind auch wir mit dieser Technik an den Start gegangen und wollen unser Programm noch weiterhin ausbauen. Dafür begrüßen wir das Förderprogramm des Bundes sehr. Es wird hoffentlich auch alle anderen Jägerschaften mit den Hegeringen anspornen“, sagt Thomas Ehbrecht, Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt.

Drohnen zur Rehkitz-Rettung in der Region Göttingen: Förderung durch Bundesministerium

Derzeit werden Drohnen in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend eingesetzt, denn die Fluggeräte sind in der Anschaffung relativ teuer. Um den Einsatz dieser Technik und dadurch den Tierschutz voranzutreiben, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein Förderprogramm in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro auf den Weg gebracht.

Wärmebildkamera: Damit können Rehkitze beim Drohnenflug gefunden werden.

Ehbrecht: „Rehkitze werden von ihren Müttern – in der Jägersprache Ricke genannt – häufig in den dichten Wiesen auf landwirtschaftlichen Flächen versteckt, weil sie im hohen Gras gut geschützt sind.“ Vielen Jungtieren wird laut Ehbrecht aber genau das jedes Jahr zum Verhängnis.

Drohnen zur Rehkitz-Rettung in der Region Göttingen: Drohnen mit Wärmebildkameras

„Denn wenn das Gras für Futterzwecke gemäht wird, fliehen sie nicht und werden durch die Mähmaschine getötet – für den Landwirt sind sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen“, so Ehbrecht. Deshalb ist aus Sicht des Vorsitzenden der Jägerschaft umso wichtiger, dass die Felder vorher abgesucht werden – am effektivsten ist das aus der Luft.

„Das fördern wir und stärken so den Tierschutz. Mithilfe von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, können Rehkitze gefunden und gerettet werden. Dabei ist es wichtig, dass die Tiere nicht in den direkten Kontakt mit einem Menschen kommen, damit sie den Geruch nicht annehmen und hinterher von den Muttertieren verstoßen werden“, macht Ehbrecht deutlich. (Bernd Schlegel)

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