Entdeckung auf der Wiese

Rehkitze kamen beim Mähen in Lenglern ums Leben

Lenglern. Yvonne Eike-Hahne steht der Schock auch einige Tage später ins Gesicht geschrieben: Als sie mit ihrem Hund am Kramberg in Lenglern unterwegs war, entdeckte die Anwohnerin tote Rehkitze auf einer Wiese. Die waren dort beim Mähen umgekommen.

„Ich habe auch gesehen, wie die Mutter aus dem Wald kam, ihre Kitze gesucht und Greifvögel verscheucht hat. Dort hat sich ein wahres Drama abgespielt“, erzählt die 47-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie fragt sich, warum das Unglück geschehen musste. „Jedes Kind weiß, dass diese Rehkitze bei Gefahr erstarren und nicht wegrennen. Zudem ist bekannt, dass sie in den Wiesen abgelegt werden.“

Versehentlich zerhäckselt: Ein totes Reh liegt auf der Wiese am Kramberg in Lenglern, das zu Bovenden gehört.

Obwohl für die mähenden Landwirte keine Pflicht bestehe, die Felder zu durchsuchen, gehöre das „zum guten Willen“, heißt es seitens der Göttinger Jägerschaft.

Frau entsorgt Überreste

Eike-Hahne gibt sich damit aber nicht zufrieden. „Das ist eine große Sauerei. Es gibt Infrarot-Technik, mit der man das Ganze verhindern könnte. Ich will sowas wirklich nicht mehr erleben.“ Zusammen mit Nachbarn und Freunden habe sie die sterblichen Überreste von der Wiese geholt. „Diesen Anblick werde ich so schnell nicht vergessen.“

Tipps für Landwirte

Unterdessen gibt es seit Mitte April gemeinsame Tipps der niedersächsischen Landesjägerschaft, des Landvolks und der Landwirtschaftskammer. Dort heißt es unter anderem, dass man die betroffenen Flächen selbst „erforderlichen Maßnahmen“ unterziehen könne, oder alternativ – mindestens 24 Stunden vor dem Ernten – Rücksprache mit dem zuständigen Jagdpächter halten solle.

Nach dem Absuchen der Wiesen, dem Einsatz von Wildrettern oder der Vertreibung der Wildtiere sei es beim Mähen ratsam, die Wiese von innen nach außen zu stutzen. „Alle diese Maßnahmen helfen, Wildtierverluste zu vermeiden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Verbände, die im Internet aufrufbar ist und weitere Ratschläge beinhaltet.

Das Schriftstück kann bei der Landesjägerschaft Niedersachsen aufgerufen werden.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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