Unangekündigte Großübung bei Duderstadt

Rettungsdienste im Landkreis Göttingen stellen Horror-Szenario nach

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Alle Hände voll zu tun: Bei der Simulation eines Horror-Szenarios in der Nähe von Duderstadt mussten sich die Rettungskräfte auch um eine Fahranfängerin kümmern, die gegen einen Baum prallte.

Gerblingerode. Mit einer unangekündigten Großübung haben Rettungsdienste aus verschiedenen Teilen des Landkreises Göttingen die Zusammenarbeit trainiert.

Das Szenario, das sich Tim Hallemann vom Bevölkerungsschutz des Landkreises Göttingen ausgedacht hatte, hätte dramatischer kaum sein können: Während eines Junggesellinnenabschiedes, bei dem etwa 20 junge Frauen auf einem Anhänger hinter einem Traktor feiern, wird dieser auf der schmalen Alten Zollstraße am Pferdeberg zwischen Gerblingerode und Immingerode bei Duderstadt von einem entgegenkommenden Auto gestreift.

Während das Auto mit einer Fahranfängerin am Steuer frontal gegen einen Baum prallt, kommt das Traktor-Gespann von der Straße ab. Die meisten Party-Gäste werden vom Anhänger geschleudert und brauchen genauso ärztliche Hilfe wie diejenigen, die sich auf dem Gefährt halten konnten, dort aber durch herumfliegende Bänke und Tische verletzt wurden. Von einem rund einen Kilometer entfernten Aussichtsturm verfolgen die zufällig anwesenden Eltern der Braut das Geschehen und der Vater erleidet einen Herzanfall.

Kommunikation und Zusammenarbeit: Die Aufgaben der etwa 70 Rettungskräfte mussten richtig koordiniert werden.

Alle Hände voll zu tun hatten also die rund 70 Einsatzkräfte des DRK aus Göttingen und Duderstadt, des Malteser Hilfsdienstes Göttingen, der Johanniter Unfallhilfe Göttingen, des ASB Bad Lauterberg, der Firma R+ MediTransport sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus Duderstadt und Gerblingerode und der Polizei, die bei der Alarmierung von einem Ernstfall ausgehen mussten.

„Ziel der Übung war die Koordination, Zusammenarbeit, Kommunikation und Führung der Einheiten für den Patiententransport, die im Raum Duderstadt neu aufgestellt wurden“, sagte Hallemann. Die Alarmübung ermögliche den beteiligten Hilfsdiensten, die Zusammenarbeit zu trainieren und ihre jeweiligen Kompetenzen zu schulen.

Missglückter Junggesellinenabschied: Die Party-Gäste auf dem Anhänger benötigen ärztliche Versorgung.

Die Leitung bewertete die Übung als Erfolg. Besonders die Zusammenarbeit der Kräfte aus dem gesamten Landkreis hätten gut funktioniert. „Das hat geklappt“ war bei der Nachbesprechung immer wieder zu hören. Alle Verletzten wurden gerettet und versorgt, alle notwendigen medizinischen Aufgaben gelöst. „Ziel erreicht“ lautete das Schlussfazit. Probleme habe es allerdings in der Kommunikation gegeben. Kritisiert wurde zudem die unzureichende Kennzeichnung der Übungsleitung, die den Einsatzkräften eine Unterscheidung von Verletzten und Beobachtern erschwert habe.

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