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7000 Jahre alte Fundstücke in Rosdorfer Siedlung entdeckt

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Von: Melanie Göhlich

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Der 7000 Jahre alte Henkel eines Kruges: Archäologin Jacqueline Aydt von der Grabungsfirma Goldschmidt veranschaulicht anhand einer Replik die typischen Verzierungen der Linienbandkeramik. 300 Keramikscherben dieser Art wurden im Rosdorfer Boden entdeckt. Foto: Triesch
Der 7000 Jahre alte Henkel eines Kruges: Archäologin Jacqueline Aydt von der Grabungsfirma Goldschmidt veranschaulicht anhand einer Replik die typischen Verzierungen der Linienbandkeramik. 300 Keramikscherben dieser Art wurden im Rosdorfer Boden entdeckt. Foto: Triesch

Rosdorf. 7000 Jahre alte Fundstücke und Hausgrundrisse hat ein Grabungsteam in den vergangenen Wochen in Rosdorf freigelegt. Dabei handelt es sich um die größte untersuchte steinzeitliche Siedlung Niedersachsens.

„Die Grabungen in Rosdorf haben alle bisherigen Erwartungen erfüllt“, verkündet Projektleitung und Leitung der Kreisarchäologie Göttingen, Dr. Andrea Bulla. Denn neben diversen Siedlungsgruben fanden sich zusätzlich drei neue Hausgrundrisse. 

Zwei entstammen der älteren Phase der Linienbandkeramik (5500 bis 4900 v. Chr.) und einer der jüngeren Phase. Die Häuser standen also nicht gleichzeitig. Dennoch lassen sich wahrscheinlich 52 Hausgrundrisse der Jungsteinzeit – der Kultur der Linienbandkeramik, rekonstruieren. 

Die aus Baumstämmen errichteten und mit Flechtwerk und Lehm abgedichteten Gebäude dieser ersten Bauern sind, laut Grabungsleiter Dr. Eberhardt Kettlitz, bis zu 30 Meter lang, 6,50 Meter breit und zwei Meter hoch gewesen.

An der Wiege der Architektur 

Damit ist Rosdorf die größte bisher in Niedersachsen untersuchte Siedlung dieser Kultur. Der Name leitet sich von der charakteristischen Verzierung der keramischen Gefäße mit einem Bandmuster aus eckigen, spiral- oder wellenförmigen Linien ab. Es liegen Hinweise auf das Vorkommen der ältesten Phase der Bandkeramik vor. Damit würde Rosdorf zu nur etwa 300 solcher Fundplätze in ganz Europa gehören. 

Die Bedeutung der linienbandkeramischen Kultur liege in der sogenannten neolithischen Revolution, erklärte Dr. Henning Haßmann, Landesarchäologe des Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege. Dies sei der Beginn der modernen Zivilisation, Denn 2,5 Millionen Jahre lebte der Mensch als Jäger und Sammler, der umherstreifte und nicht sesshaft war. 

Doch mit dem Ende der Eiszeit vor 12000 Jahren begann die Menschheit Getreide anzubauen, Vieh zu züchten und Siedlungen zu erreichten. „Somit hat die erste Revolution der Menschheitsgeschichte in Rosdorf begonnen“, fügte Landrat Bernhard Reuter hinzu, der sich ein Bild von der Fundstätte machte.

Hintergrund

Ausgrabungen in 1960er Jahren In den 1960/70er Jahren entstand in Rosdorf die Anne-Frank-Schule und eine Neubausiedlung. Vor und während der Bauarbeiten wurden in dem Areal mit einer Fläche von 2300 Quadratmetern Siedlungsspuren der jüngsten Steinzeit (Bandkeramik), der jüngeren Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit erfasst. Durch den anstehende Verkauf der Liegenschaft „Anne-Frank-Schule“ wird das Gelände künftig neu bebaut. Bisher sind 75 Prozent der Projektfläche mit 300 Bodenfunden untersucht worden.

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