Gefahr durch laufenden Kiesabbau

Baden verboten im Baggersee in Rosdorf: Absage vom Landkreis

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Der Rosdorfer Baggersee aus der Luft: Es bleibt beim Badeverbot für das Gewässer.

Rosdorf/Friedland. Der Rosdorfer Baggersee wird auch zukünftig auf keinen Fall für Badegäste freigegeben. Damit erteilt der Landkreis einem entsprechenden Vorstoß der Göttinger Piraten und des CDU-Landratskandidaten Professor Dr. Ludwig Theuvsen eine klare Absage.

„Das Baden im Kiesteich Reinshof ist gefährlich und ausdrücklich verboten“, heißt es aus dem Kreishaus. Laut Verwaltung handelt es sich um ein Betriebsgelände mit laufendem Kiesabbau. „Aus diesem Grund untersagt die Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit der Gemeinde Friedland das Baden in Gewässern wie dem Kiesteich Reinshof. Zudem liegt das Gelände im Wasserschutz- sowie Landschaftsschutzgebiet“, so ein Sprecher des Landkreises.

Die Klosterkammer als Eigentümerin des Geländes und die Firma Oppermann als Pächterin haben laut Verwaltung wiederholt deutlich gemacht, dass ein Baden im Kiesteich nicht geduldet wird. Deshalb sei jeder Versuch, das Baden zukünftig zu gestatten, zum Scheitern verurteilt.

Das Thema wurde nach Angaben eines Kreis-Pressesprechers wiederholt in den politischen Gremien diskutiert. Der Kreistag habe zuletzt im April vergangenen Jahres einen Antrag zur Regelung eines Badebetriebs am Kiesteich Reinshof mit breiter Mehrheit abgelehnt.

Wer trotz des Verbots im und am Baggersee erwischt wird, muss mit Strafen rechnen. Außerdem gibt es keine Badeaufsicht an dem Gewässer. Im vergangenen Jahr war ein junger Asylbewerber in dem Gewässer ertrunken.

Hintergrund für die scharfe Reaktion aus dem Kreishaus: Die Piraten und der Landratskandidat Theuvsen zeigten sich in dieser Woche davon überzeugt, dass sich die unterschiedlichen Nutzungsinteressen am See vom Kiesabbau und Angelverein über den Badebetrieb bis hin zum Naturschutz im Rahmen eines fairen Ausgleichs unter einen Hut bringen lassen können. Der gegenwärtige Badebetrieb kann nach Einschätzung der Politiker im Südteil des Sees legalisiert und in eine geregelte Struktur überführt werden.

Alternative: Wendebachstausee

Die Gemeindeverwaltung Friedland, auf deren Gebiet der Baggersee liegt, weist ebenfalls daraufhin hin, dass es sich um ein privates Gelände handelt. Wer in einem See baden wolle, könne auf den nahen Wendebachstausee ausweichen. Dort ist übrigens auch die Badeaufsicht durch Mitarbeiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gewährleistet.

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