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Beziehung mit Häftlingen: Ex-Mitarbeiterinnen der JVA wegen Strafvereitelung vor Gericht

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Die JVA Rosdorf aus der Luft: Um Liebesbeziehungen hinter Gittern geht es bald vor Gericht.
Die JVA Rosdorf aus der Luft: Um Liebesbeziehungen hinter Gittern geht es bald vor Gericht. © Stefan Rampfel/dpa

Zwei frühere Mitarbeiterinnen der Justizvollzugsanstalt Rosdorf, die beide Liebesbeziehungen zu Häftlingen unterhalten hatten, müssen sich vor Gericht verantworten.

Rosdorf/Hardegsen – Der Grund dafür, dass Ex-Mitarbeiterinnen der JVA bald vor Gericht stehen: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Göttingen gegen die 29 und 26 Jahre alten Frauen einen Strafbefehl erlassen.

Der 29-Jährigen wird Anstiftung zu einer rechtswidrigen Tat vorgeworfen, die 26-Jährige wird der Strafvereitelung und Urkundenfälschung beschuldigt.

Kreis Göttingen: Ex-Mitarbeiterin der JVA hat Smartphone für Häftling eingeschmuggelt

Beide sollen deshalb eine Freiheitsstrafe von acht Monaten erhalten, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem sollen sie jeweils 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Die früheren Justizmitarbeiterinnen wollen den Strafbefehl allerdings nicht akzeptieren und haben dagegen Einspruch eingelegt. Dies hat zur Folge, dass der Fall demnächst in mündlicher Verhandlung vor Gericht erörtert wird.

Ausgangspunkt der strafrechtlichen Ermittlungen, die nun zu den Strafbefehlen geführt haben, war der Fund eines Smartphones in der Zelle eines 30-jährigen Häftlings. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kam im Zuge der Ermittlungen heraus, dass eine Obersekretärin zu diesem Gefangenen eine Beziehung unterhielt und für ihn das Smartphone eingeschmuggelt hatte.

Das sichergestellte Handy sei dann in einer verplombten Effektentasche in einem Tresor verwahrt worden. Dort sollte es am nächsten Tag von den Ermittlern abgeholt werden, um die Daten auf dem Handy auszuwerten.

Weitere Liebesbeziehung zwischen Mitarbeiterin und Häftling im Kreis Göttingen

Genau dies habe die heute 29 Jahre alte frühere Obersekretärin offenbar verhindern wollen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick. Auf dem Smartphone habe sich nämlich kinderpornografisches Material befunden. Um ihren wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilten Freund vor einem neuen Strafverfahren zu bewahren, habe sie eine 26-jährige Kollegin eingeschaltet, die Zugang zu dem Büro mit dem Tresor hatte, damit diese das kinderpornografische Material löschte.

Bei den Ermittlungen zu diesem Fall flog dann auf, dass es noch eine weitere „verbotene Liebe im Knast“ gab, nämlich zwischen der 26-jährigen Justizbediensteten und einem wegen Mordes in Strafhaft sitzenden Gefangenen aus Hardegsen.

Kreis Göttingen: Mitarbeiterinnen der JVA Rosdorf baten um Entlassung

Der 33-Jährige war im Oktober 2017 vom Landgericht Göttingen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er im August 2016 seine 23-jährige Ex-Freundin in Hardegsen mit elf Messerstichen heimtückisch getötet hatte.

Nachdem seine unzulässige Liaison mit der Justizmitarbeiterin aufgeflogen war, wurde er Anfang 2021 in die JVA Wolfenbüttel verlegt. Einige Wochen später nahm sich der 33-Jährige dort das Leben. Zuvor hatte er eingestanden, entgegen seinen früheren Unschuldsbeteuerungen seine Ex-Freundin getötet zu haben.

Gegen die beiden JVA-Mitarbeiterinnen wurde nach Bekanntwerden ihrer unzulässigen Beziehungen zu Gefangenen und ihrer mutmaßlichen Straftaten ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dieses wurde nach Angaben eines JVA-Sprechers später eingestellt, da die beiden Frauen selbst um ihre Entlassung gebeten hätten und nicht mehr im Dienst seien. (Lea Beckmann)

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