Erweiterung der Ausstattung

Gemeindefeuerwehr Rosdorf: Mehr Überblick bei Einsätzen mit der Drohne 

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Sprengung der Weltkriegsbombe aus der Vogelperspektive: Eine Drohne dokumentierte mit hochauflösenden Bildern den entscheidenden Moment.

Ein kleines Fluggerät spielte bei der Sprengung der Weltkriegsbombe am Freitag bei Rosdorf eine wichtige Rolle: eine Drohne, die hochauflösende Bilder lieferte. Die Gemeindefeuerwehr will ein solches Gerät nun offiziell anschaffen.

Wie wichtig eine Drohne sein kann, wurde bei dem Einsatz sowie bei der Vorbereitung in den Tagen zuvor deutlich. André Sikulski, selbst Aktiver bei der Feuerwehr, hatte das Gerät mitgebracht und setzte das Fluggerät ein. 

Schon vor dem eigentlichen Entschärfung waren aktuelle Luftaufnahmen mit der Drohne gemacht worden, die dann in die Pläne des Einsatzes (zum Beispiel zur Festlegung der Absperrpunkte) einflossen. Gerade bei einem Gewerbegebiet, bei dem alle paar Wochen neue Gebäudeteile entstehen, ist das wichtig. Zwar kann man bei Google-Maps ebenfalls Luft- beziehungsweise Satellitenaufnahmen abrufen, aber die können unter Umständen schon mehrere Jahre alt sein.

Bombenentschärfung bei Rosdorf: Mit Drohen wurde die Evakuierungszone überprüft

Drohne in Aktion: André Sikulski, selbst Aktiver bei der Feuerwehr, bediente das Fluggerät bei dem Einsatz am Freitag bei Rosdorf.

Auch am Freitag war die Drohne gleich mehrfach im Einsatz – und zwar zur Überprüfung, ob sich noch Personen im Evakuierungsbereich aufhielten. Bei einem Kontrollflug einige Zeit vor der Sprengung der Weltkriegsbombe wurden so auch Personen mit dem Fluggerät entdeckt.

Gemeindebrandmeister Martin Willing stellte das Drohnenkonzept in der vergangenen Woche bei einer Sitzung des Feuerwehrausschusses der Gemeinde Rosdorf – also vor dem Blindgänger-Einsatz – vor. Von den Ausschussmitgliedern kam nach einer Diskussion das Ja für die 6000-Euro-Anschaffung.

Der Preis ist so hoch, weil das vorgesehene Gerät auch über eine Wärmebildkamera verfügen soll. Diese ist beispielsweise für die Vermisstensuche (zur besseren Erkennung von Personen) oder bei einem Brandeinsatz wichtig. Dabei zeigt eine solche Kamera versteckte Glutnester an.

Ganz allgemein liefert die Drohne bei Einsätzen eine bessere Übersicht

Gemeindebrandmeister Willing nennt als Beispiel den Gefahrstoffeinsatz kurz vor Weihnachten 2014 auf der Autobahn 7 bei Rosdorf. Damals war ein Lastwagen mit Rattengift verunglückt. Danach war es schwierig, einen Überblick über das genaue Geschehen zu bekommen.

„Damals hätte uns eine solche Drohne schon sehr geholfen“, ist sich Willing sicher. Er macht gleichzeitig deutlich, dass vor dem Einsatz in der Feuerwehrarbeit eine umfangreiche Schulung der Einsatzkräfte erforderlich ist, die die Drohne bedienen sollen. Willing kann sich vorstellen, dass die Drohne bei einer kleinen Ortswehr der Gemeinde Rosdorf stationiert werden könnte.

Von den Möglichkeiten der Technik ließ sich am Freitag auch Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg informieren. Er zog kurzerhand eine 3D-Brille mit dem Live-Bild auf und beobachtete die Arbeit an der Bomben-Fundstelle aus der Luft. Eine Drohne hat übrigens vor einiger Zeit auch die Kreisfeuerwehr Northeim gekauft.

Abschließend muss der Rat der Gemeinde Rosdorf über die Anschaffung befinden. Das Gremium soll über den notwendigen Geldbetrag bei seinen Haushaltsberatungen kurz vor Weihnachten entscheiden. 

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