Am Donnerstag festgenommen

Geflohener Häftling aus Rosdorf wieder gefasst

Rosdorf. Der am Dienstag aus der Justizvollzugsanstalt Rosdorf entkommene Straftäter ist gefasst. Der 39-Jährige habe sich am Donnerstag am Bahnhof Minden in Ostwestfalen der Polizei gestellt, teilte das Justizministerium in Hannover mit.

Aktualisiert um 16.29 Uhr

Die Flucht des 39-Jährigen folgte einer Reihe von Fällen, in denen Insassen aus dem niedersächsischen Maßregelvollzug geflohen waren. Der wegen besonders schweren Raubes, Körperverletzung und Nötigung zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilte Mann hatte sich während eines begleiteten Ausgangs in Göttingen davongemacht.  In der Vergangenheit habe es bei solchen Ausgängen keine Probleme gegeben. Deshalb habe es bei dem Ausgang am Dienstag auch keine permanente Überwachung mehr gegeben. Auch ein Gutachter habe eine günstige Prognose abgegeben. Der 39-Jährige war verurteilt worden, weil er 2008 aus dem Maßregelvollzug entwichen war und während der dreiwöchigen Abwesenheit einen Trinkkumpan ausgeraubt hatte. Im Maßregelvollzug war der Mann wegen seiner Alkoholabhängigkeit untergebracht worden.

Die knapp siebenjährige Haftstrafe wäre am 1. Januar 2018 ausgelaufen. Anschließend sollte der Mann in Sicherungsverwahrung genommen werden. Ob diese Maßnahme noch notwendig ist oder der Mann seit dem Richterspruch eine günstige Entwicklung genommen hat, sollte unter anderem mit den begleiteten Ausgängen geprüft werden.

Unterdessen geht die Diskussion jetzt los: Die CDU bekräftigte ihre Forderung nach dem Einsatz der elektronischen Fußfessel. „Eine Fußfessel kann Straftäter, die eine Flucht planen, entweder von ihrem Vorhaben abschrecken oder die anschließende Fahndung erleichtern“, sagte der CDU-Abgeordnete Reinhold Hilbers. Außerdem solle die Praxis der Therapien und Prognosen überprüft werden. Das Justizministerium argumentierte, dass Fußfesseln keine Flucht verhindern könnten, da sie problemlos abgenommen werden könnten. In Niedersachsen werden Fußfesseln demnach nur in Fällen der sogenannten Führungsaufsicht eingesetzt. Dabei soll der Aufenthaltsort von ehemaligen Häftlingen überwacht werden, bei denen Gefahr einer weiteren Straftat besteht. Solche Fälle sind aber ganz selten. (lni)

Rubriklistenbild: © dpa

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