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Hohe Preise machen Sorgen: Duo aus Gemeinde Rosdorf sucht dringend neuen Wohnraum

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Von: Bernd Schlegel

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Suchen dringend eine neue Wohnung: Michael Deis und Anne-Kathrin Trampenau aus Obernjesa.
Suchen dringend eine neue Wohnung: Michael Deis und Anne-Kathrin Trampenau aus Obernjesa. © Bernd Schlegel

Die stark steigenden Preise auf dem Wohnungsmarkt machen einer Wohngemeinschaft aus Obernjesa zu schaffen. Sie suchen eine neue Bleibe.

Obernjesa/Göttingen – Michael Deis und Anne-Kathrin Trampenau aus Obernjesa suchen seit Monaten verzweifelt eine Wohnung. Beide haben ein gesundheitliches Handicap, aber auf dem Wohnungsmarkt tut sich für sie nicht viel.

Beide wohnen seit August 2017 in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Doch seit zwei Jahren gibt es mit der Heizung massive Probleme. Sie macht ständig Geräusche. Nun möchten der 62-Jährige und die 39-Jährige, die gemeinsam eine Wohngemeinschaft bilden, endlich umziehen. „Doch die Preise auf dem freien Wohnungsmarkt sind für uns viel zu hoch“, beklagen die beiden Rentner. Michael Deis ist einigen Jahren wegen einer Erkrankung im Vorruhestand, seine Mitbewohnerin musste wegen Multiple Sklerose schon mit Mitte 20 in Rente.

Große Hoffnungen setzten beide auf den Wohnberechtigungsschein der Stadt Göttingen: „Wir hatten gehofft, dass wir damit Zugang zu einer günstigen Wohnung bekommen“, sagt Deis. Er und seine Mitbewohnerin besichtigten eine Wohnung auf dem Leineberg. Doch bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft bekamen sie eine Absage.

„Wir sollen die Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht und unrichtige Angaben gemacht haben“, berichtet Deis. Konkret geht es offenbar um eine Finanzauskunft. Allerdings gibt es dazu auf dem Fragebogen keine Möglichkeit, diese Angaben für zwei getrennte Personen zu machen, so Deis. „Nun werden diese Angaben uns zur Last gelegt.“

Beide räumen ein, nicht so begütert zu sein. „Aber das sind andere auch nicht“, sagen sie. Sie wollen möglichst nur in eine günstige Wohnung einziehen: „Aber die ist kaum zu finden. Außerdem sagen die Vermieter bei uns oft nur ab oder melden sich gar nicht“, sagen Deis und Trampenau. Außerdem wird zusätzlich oft noch ein hoher Restwert (zum Beispiel für eine Küche) verlangt. „Das können wir uns nicht leisten.“

Aber es gibt ein Problem: Bei der Wohngemeinschaft aus Obernjesa drängt die Zeit. Sie müssen Ende Mai ihre bisherige Wohnung nach einer Auseinandersetzung mit der Vermieterin verlassen. Deshalb sind beide nun auf der Suche. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht“, sagen Deis und Trampenau. (Bernd Schlegel)

Das sagt die Städtische Wohnungsbau: Vertrauensvoller Umgang

Claudia Leuner-Haverich, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau GmbH Göttingen (SWB), macht deutlich, dass das Unternehmen die finanziellen Möglichkeiten der Interessenten im Blick behält. „Ganz wichtig ist, dass der Interessent hierbei transparent und vertrauensvoll mit uns umgeht“, so Leuner-Haverich. Das sei in diesem Fall nicht passiert. Zudem sei es der SWB immer ein Anliegen, auch Menschen mit Handicap Wohnungen anbieten zu können. Etwa zehn Prozent der rund 4700 Wohnungen sind inzwischen behindertengerecht, so Leuner-Haverich. (bsc)

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