Förderprogramm zur Hebammenversorgung

Kreisrat besucht Geburtshaus in Rosdorf - Einrichtung am Raseweg findet Anklang bei Schwangeren

Vier Frauen und ein Mann stehen in einem modern-gemütlich gestalteten Raum mit frei stehender Badewanne.
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Dagmar Gessert (Frühe Hilfen, v.l.), Fachdienstleiterin Tanja Heiligenstadt, Rahel Sarah Thiel (Geschäftsführerin Geburtshaus) und Hebamme Alicia Tewes sprachen mit Kreisrat Marcel Riethig über das Hebammen-Förderprogramm des Landkreises Göttingen.

Seit September vergangenen Jahres bietet das Geburtshaus am Raseweg in Rosdorf schwangeren Frauen eine Alternative zur Entbindung im Krankenhaus. Und diese wird gut angenommen.

Rosdorf – Im vergangenen Jahr hatte der Kreistag des Landkreises Göttingen eine Förderrichtlinie für die Hebammenversorgung im ländlichen Raum beschlossen und jeweils 100.000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 zur Verfügung gestellt. Jetzt besuchte Kreisrat Marcel Riethig das neue Geburtshaus in Rosdorf, um sich mit den Hebammen über das Förderprogramm auszutauschen.

„Dieses Förderprogramm ist für den ländlichen Raum enorm wichtig“, betonte Hebamme und Geburtshaus-Geschäftsführerin Rahel Sarah Thiel. Gerade weil die Krankenkassen viele Kosten nur unzureichend refinanzieren würden, begrüße sie die Initiative des Landkreises. Sie kritisierte allerdings, dass die Antragsvordrucke teilweise etwas zu kompliziert seien.

„Unser neues Geburtshaus findet als Alternative zu den Krankenhäusern sehr viel Zuspruch bei den Schwangeren“, berichtete Thiel. So hätten die dort selbständig tätigen Hebammen seit September vergangenen Jahres bereits rund 100 Geburten begleitet.

Dagmar Gessert, zuständig für die beim Landkreis Göttingen tätigen Familienhebammen, machte in diesem Zusammenhang auf die vom Landkreis angebotenen Netzwerktreffen aufmerksam.

Gleichzeitig informierte sie über das Projekt „Hedi“, das gemeinsam mit dem Landkreis Northeim unter der Federführung der Gesundheitsregion erarbeitet wird und das Ziel hat, Schwangere und junge Eltern mit Hebammen, Gynäkologen, Kinderärzten und sozialen Anlaufstellen zu vernetzen.

„Zu diesem Zweck wird eine gemeinsam genutzte, kostenlose App entwickelt, die gerade auch im ländlichen Raum für eine Entlastung der Hebammen und Entbindungspfleger beitragen soll“, so Gessert.

Im ländlichen Raum wird es immer schwieriger, Hebammen für die Geburtsbegleitung zu finden

„Die Hebammen sind ein unverzichtbarer Teil der Frühen Hilfen und der Gesundheitsversorgung“, betonte Marcel Riethig. Gerade im ländlichen Raum stelle man fest, dass die Zahl der Hebammen in der Vergangenheit rückläufig ist und dass es zunehmend schwieriger wird, Hebammen für eine Geburtsbegleitung zu finden.

„Deshalb hat sich der Kreistag auch für das Förderprogramm entschieden“, so Riethig. Ziel sei, eine flächendeckende Versorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten. „Daher wird mit diesem Programm beispielsweise eine angemessene Vergütung von Wegestrecken sichergestellt“, so der Kreisrat.

Förderung von Hausgeburten als alternative im ländlichen Raum

Mit der Förderung von Hausgeburten solle gerade im ländlichen Raum Alternativen für die Entbindung im teils weit entfernten Krankenhaus gefördert werden. „Freiberufliche Hebammen, die sich im ländlichen Raum neu niederlassen, werden ebenfalls gefördert“, so Riethig weiter.

Darüber hinaus würden der Berufseinstieg oder Wiedereinstieg gefördert und zusätzlich Zuwendungen für die Betreuung von Schülerinnen und Schülern sowie Praktikantinnen und Praktikanten gewährt.

„Im diesem Jahr sind bereits rund die Hälfte der zur Verfügung gestellten 100.000 Euro beantragt und ausgezahlt worden“, berichtete der Kreisrat und rief dazu auf, die Fördermittel weiter umfassend zu nutzen. (Per Schröter)

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