Weniger Schädlinge

Landwirte im Kreis Göttingen freuen sich über die Kälte

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Schädling: Der Maiszünzler macht vielen Landwirten zu schaffen. Sie hoffen auf den Frost. Inzwischen gibt es eine gentechnisch veränderte Sorte. Im Landkreis Göttingen wurde zudem ein mechanischen Bekämpfungsverfahren entwickelt.

Rosdorf. Die Landwirte im Landkreis Göttingen freuen sich über den Dauerfrost in den vergangenen anderthalb Wochen. Und das aus zwei Gründen.

„Wir haben nach wie vor immer wieder Probleme mit Schadinsekten“, sagt Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen. Da hilft der starke Frost, diese Bestände deutlich zu verringern. Das hat den Vorteil, dass weniger Schädlingsbekämpfungsmittel notwendig sind. „Im Idealfall müssen die Landwirte gar nichts unternehmen“, sagt Hübner. Ohnehin wird vor dem Einsatz von Schädlingsbekämpfung die Notwendigkeit genau überprüft.

Achim Hübner

Außerdem bot der zunächst milde Frost die Chance, Gülle und andere Nährstoffe auf die Feldern zu bringen. Im Herbst war das kaum möglich, weil der Boden viel zu nass war. Der Frost machte die Böden überhaupt erst für die Maschinen befahrbar. „Die Situation mit vollen Gülletanks hat inzwischen dadurch deutlich entspannt. Ohne Forst hätten wir jetzt erhebliche Probleme“, sagt Hübner.

Thema Schweinepest

Ein Problem für die Landwirtschaft in Südniedersachsen könnte zudem die Afrikanische Schweinepest werden. „Wir haben zwar nur wenig Schweine in den Ställen. Für den Einzelbetrieb kann die Seuche, gegen die es keine Impfung gibt, trotzdem existenzgefährdent sein“, sagt Hübner. Es gibt noch eine weitere Schwierigkeit: Sollte die Krankheit nach Deutschland kommen, wird der Absatz von Schweinefleisch vermutlich schwieriger. Zudem könnte Exporte untersagt werden. Eine solche Krise könnte in der Folge Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Südniedersachsen, weil heimische Landwirte viel Futtermittel für die Mastbetriebe produzieren.

„Wir bleiben im schlimmsten Fall auf dem Futtergetreide sitzen“, sagt Hübner. Und das würde die Landwirte finanziell hart treffen. „Deshalb empfehlen wir die Abschluss einer Versicherung, um mögliche Schäden durch die Pest abzusichern“, sagt Hübner. Allerdings ist dies relativ teuer. „Es lohnt sich aber, um die Existenz abzusichern.“ Das Landvolk bot im vergangenen Jahr dazu bereits Informationsveranstaltungen an.

Am besten ist es, wenn es gar nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt: „Es reicht ein weggeworfenes Butterbrot mit infiziertem Fleisch und die Seuche ist da“, warnt Hübner. Auch die Landwirte müssen sich an bestimmte Abläufe halten: Am besten ist es, vor dem Gang und nach dem Gang in den Stall zu duschen und die Bekleidung zu wechseln. Außerdem sind unnötige Gäste im Stall tabu. „Wir müssen mit dem Ausbruch irgendwann rechnen“, so Hübner.

Kontakt: Landvolk Göttingen Kreisbauernverband, Götzenbreite 10, 37124 Rosdorf, Tel. 05 51/7 89 04 50.

Junge Leute verlieren Lust an Landwirtschaft

Ein weiteres Problem, das die Landwirte in der Region beschäfigt, ist der Nachwuchs für die Betriebe. „Viele Landwirte ärgern sich darüber, dass sie sich für ihre Arbeit rechtfertigen müssen“, sagt Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. Das führt aus seiner Sicht dazu, dass insbesondere junge Leute die Lust am Beruf verlieren und der Landwirtschaft den Rücken kehren. Aus Sicht von Hübner muss das „diffuse Eindreschen“ auf die Bauern endlich aufhören

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