Ermahnungen, aber keine Bußgelder wegen Corona-Regelverstößen

Massive Kontrollen am Rosdorfer Baggersee

Hinweisschilder am Baggersee bei Rosdorf.
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Klarer Fall: Hinweisschilder künden davon, was erlaubt und verboten ist – am Rosdorfer Baggersee, er ein beliebtes Areal und Gewässer für Badegäste ist.

Nachdem es bereits vor einem Monat eine Kontrolle des ruhenden Verkehrs am Rosdorfer Baggersee gegeben hat, fand am Samstag erneut eine größere Kontrollaktion statt. Schwerpunkt dieses Mal: Halten sich die Menschen am Baggersee an die Corona-Verhaltens und Abstandsregeln nach dem Infektionsschutzgesetz?

  • Am Baggersee bei Rosdorf wurde am Wochenende massiv kontrolliert.
  • Diesmal standen Kontrollen wegen der Abstands- und Hygieneregeln im Mittelpunkt
  • Bei der Aktion waren Mitarbeiter der Ordnungsämter aus Rosdorf, Friedland und Göttingen im Einsatz

Rosdorf – Dafür hatten die Behörden kräftig aufgefahren: Etwa 20 Mitarbeiter allein des Ordnungsdienstes der Stadt Göttingen, dazu Kollegen der Ordnungsämter der Gemeinden Friedland und Rosdorf, Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt des Landkreises Göttingen und Polizeibeamte waren dabei, schauten sich auf dem Gelände um und suchten das Gespräch mit den Baggersee-Besuchern, klärten sie über die Rechtslage auf. Die Badegäste zeigten sich ausnahmslos einsichtig.

Kontrollen am Baggersee Rosdorf: Baden ist verboten

Dennoch sagte Johann Schustek, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Friedland: „Jeder weiß, dass es verboten ist, aber sie machen es trotzdem.“

Schwierig seien am Rosdorfer Baggersee auch die Zuständigkeiten, weil es sich um ein Privatgelände der Firma Oppermann handelt, wie Schustek betonte. „So können wir als Gemeinde kein Badeverbot ahnden. Und die Betreiberfirma ist mit der korrekten Ausschilderung des Badeverbots ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen.“ Auch ein Einzäunen sei nicht möglich, weil sich das Areal in einem Überschwemmungsgebiet befindet.

Kontrollen am Baggersee Rosdorf: Wendebach-Stausee als Alternative

Weil das Wetter am Samstag wider Erwarten nicht allzu warm war, hielt sich auch die Besucherzahl am See in Grenzen. Und: Alle haben sich „Corona konform“ verhalten. „Generell möchten wir hier einen Corona-Hotspot verhindern“, sagt Schustek. „Wir haben die Hoffnung, dass die Menschen auf den Wendebach-Stausee ausweichen.“ Der liegt, mit einer Badezone und großen Liegewiese, ausgestattet nur einige Kilometer entfernt nahe Niedernjesa.

Besprechung vor dem Einsatz: Am Rosdorfer Baggersee bei Göttingen wurden am Samstag das Einhalten der Corona-Regeln kontrolliert.

Eine Besucherin des Rosdorfer Baggersees, die mit ihren Freunden dort zeltete, findet die Aktion der Behörden auf der einen Seite total übertrieben. Andererseits kann sie verstehen, dass hier kontrolliert wird. „Viele Menschen lassen einfach ihren Müll hier. Das geht nicht. Wenn alle ihren Müll mitnehmen würden, gäbe es hier überhaupt kein Problem.“ Ein anderer Besucher ergänzte, dass es einigen wenigen Menschen zu verdanken sie, dass das Areal so sauber ist, weil sie ehrenamtlich aufräumen.

Kontrollen am Baggersee Rosdorf: Trinkwasserschutzgebiet

Problematisch sieht Günther Helberg vom Fachbereich Umwelt des Landkreises Göttingen die Situation am Baggersee. „Es handelt sich um ein Gewässer im Trinkwasserschutzgebiet Stegemühle der Stadtwerke Göttingen“, sagt Helberg. „Deswegen kann und darf der Rosdorfer Baggersee kein Badesee sein.“

Kontrollen am Baggersee Rosdorf: 30 Euro Strafe

Bußgelder wegen der Anwesenheit am Rosdorfer Baggersee wurden am Samstag von den Ordnungshütern aber nicht verhängt. Lediglich einige Autobesitzer müssen wegen nicht korrekten Parkens an den Zufahrten demnächst 30 Euro zahlen. Immerhin kommen sie 25 Euro günstiger davon, als noch vor einem Monat – der nichtigen Straßenverkehrsordnung sei Dank. (Von Stefan Rampfel)

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