Präsentation im Gemeinderat: Dämpfer für Haltepunkt in Rosdorf

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Stoppt der Cantus am ehemaligen Bahnhof in Rosdorf? Bis 2025 dürfte sich an dieser Stelle vermutlich nichts tun. Erst dann plant die Bahn ein neues Stellwerk.

Rosdorf. Die Idee, in Rosdorf in absehbarer Zeit einen Bahn-Haltepunkt einzurichten, hat einen Dämpfer erlitten. Das Projekt wurde im Gemeinderat vorgestellt.

Relativ problemlos wäre die Reaktivierung des Haltepunktes am ehemaligen Bahnhof in Rosdorf. Doch die DB Netz AG, die für die Gleisinfrastruktur zuständig ist, hat etwas dagegen. Für einen Stopp am ehemaligen Rosdorfer Bahnhof müssten nämlich Signale sowie eine Weichenverbindung versetzt werden. Das wäre an sich kein Problem, doch 2025 plant die Bahn den Bau eines neuen Stellwerks und dann sollen die betroffenen Signale und Weichen vermutlich ohnehin verschwinden.

Bis dahin soll aus Sicht der Netz AG an der Infrastruktur offenbar nichts verändert werden, machte eine Vertreterin der Landesnahverkehrsgesellschaft während der Sitzung des Gemeinderates deutlich.

Während der Versammlung stellte die Planerin fünf Varianten vor:

• Rosdorf-Süd (versetzte Bahnsteige): Bei dieser Variante am ehemaligen Bahnhof würde der Bahnsteig in Richtung Göttingen nördlich und der Bahnsteig in Richtung Friedland südlich der bestehenden Schrankenanlage gebaut werden. Vorteil: Die Schließzeiten der Schranke wären kurz. Kosten: etwa drei Millionen Euro; Fazit: Wegen DB Netz offenbar derzeit nicht realisierbar.

• Rosdorf-Süd (Bahnsteige nördlich der Schrankenanlage): In diesem Fall würden sich bei den Zügen in Richtung Süden die Schließzeiten der Schrankenanlage deutlich verlängern. Kosten: etwa drei Millionen Euro. Fazit: Wegen DB Netz offenbar derzeit nicht realisierbar.

Bei beiden Varianten von Rosdorf-Süd kämen vermutlich noch Umbaukosten für die Schrankenanlage hinzu.

• Rosdorf-Mitte (Zugang über den Durchgang am Bach Rase): Diese Variante wird von der Landesnahverkehrsgesellschaft kritisch gesehen, weil es durch das Gewässer eine Hochwassergefahr gibt, die durch teure Bauten vermindert werden müsste. Kosten: weit über vier Millionen Euro; Fazit: teuer und große Hochwasserrisiken, keine echte Alternative.

• Rosdorf-Mitte (Zugang über eine neue Brücke): Um das Hochwasser-Problem zu lösen, müsste eine etwa sieben Meter hohe Fußgänger-Brücke über die Bahntrasse gebaut werden. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, müssten zudem zwei Aufzüge installiert werden. Kosten: etwa 3,5 Millionen Euro; Fazit: ziemlich teuer, wohl zu teuer.

• Rosdorf-Nord: In diesem Fall würde der Zugang voraussichtlich über die Göttinger Straße erfolgen. Problem: Ganz in der Nähe werden Altlasten durch eine Mülldeponie vermutet. Außerdem liegt dieser Haltepunkt schon relativ dicht an der Stadtgrenze zu Göttingen. Kosten: etwa drei Millionen Euro; Fazit: viele Fragezeichen, keine Alternative.

Die Vorstellung der Haltepunkt-Varianten war der Auftakt für die weitere Diskussion in Rosdorf. Diese soll nun unter anderem in den Gremien der Gemeinde weitergehen.

Technische Aufrüstung bei Rosdorf erst in zehn Jahren

Die Deutsche Bahn will den Streckenabschnitt bei Rosdorf südlich von Göttingen voraussichtlich in etwa zehn Jahren technisch aufrüsten.

Dann soll ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) eingebaut werden. Vorteil gegenüber der bisherigen Technik: Der Betrieb auf der Strecke kann optimiert werden. Ganz nebenbei wird auch noch Personal eingespart, denn die Strecke wird dann ferngesteuert. Eine solche Anlage wurde vor einigen Jahren für den Bereich Kreiensen in Betrieb genommen.

Problem: Bis dahin soll sich offenbar möglichst nichts an den Gleis- und Signalanlagen tun - insbesondere im Bereich des ehemaligen Bahnhofs im Süden von Rosdorf.

Weitere Schwierigkeit bei der Einrichtung eines Haltepunkts Rosdorf: In allen Schätzungen sind die Kosten für Abstellplätze für Autos und Fahrräder nicht enthalten. Außerdem übernimmt die Landesnahverkehrsgesellschaft nur 75 Prozent der Projektkosten. Der Rest müsste von der Kommune beziehungsweise vom Kreis finanziert werden.

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