Nach Flucht von Häftling aus Rosdorf

Student erkannte Straftäter im Bahnhof: "Ich bin kein Held"

Robin Kittelmann

Göttingen. Dass der 63-jährige Straftäter wieder in der Abteilung Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Rosdorf sitzt, ist dem 22-jährigen Göttinger Studenten Robin Kittelmann zu verdanken. Er hatte den Mann im Bahnhof erkannt und die Polizei alarmiert.

Er schildert seine Erlebnisse im HNA-Gespräch.

Robin Kittelmann hatte zwei Jahre lang einen Nebenjob in einem Tabakladen im Göttinger Bahnhof. Und ausgerechnet in der letzten Schicht passierte es: Der Straftäter kam gegen 16.30 Uhr in den Laden, um sich richtig einzudecken. Für mehr als 100 Euro kaufte der Mann acht Packungen Zigarettentabak der Marke „Rancho“, eine Pfeife und zwei Feuerzeuge. Auffällig war: „Der Mann sagte zu sich selbst: Hoffentlich kann ich die Feuerzeuge auch im Knast verwenden“, berichtet Kittelmann über die Begegnung.

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20 Minuten nach dem Kauf benutzte der Student, der gerade seinen Zweifach-Bachelor in Politik und Geschichte geschafft hat und ins Master-Studium einsteigt, sein Smartphone. Auf Facebook sah er die öffentliche Fahndung.

Kurze Zeit danach entdeckte Kittelmann den Sicherungsverwahrten in der Bahnhof-Bäckerei gegenüber. „Ich hatte zuerst gedacht, dass er weg ist. Als ich den Mann in der Bäckerei sah, habe ich sofort die Polizei angerufen, die auch schnell kam.“

Nach wenigen Minuten waren die vier Beamten vor Ort, und dann klickten auch schon die Handschellen. „Die Polizisten haben meine Daten aufgenommen, und dann waren sie auch schon weg.“

Robin Kittelmann fühlt sich übrigens keineswegs als Held. „Ich bin froh, dass ich helfen konnte. Ich habe einfach nur die Polizei angerufen“, schildert er.

Erst im Nachhinein hatte Kittelmann die ganze Geschichte über den 63-Jährigen Sicherungsverwahrten in den Medien gelesen. (bsc)

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