Rosetta-Mission: Eis auf dem Kometen "Tschuri" entdeckt

Rosetta Mission: Die Osiris-Kamera hat weiße Flecken entdeckt, das könnte Eis auf dem Kometen 67 P sein. Foto: ESA/nh

Göttingen. Sichtbares Eis auf dem Kometen 67P „Tschuri“: Fotos zeigen erstmals weiße Flecken auf der Oberfläche von Geröllbrocken, sie sind etwa metergroß.

Das wissenschaftliche Kamerasystem Osiris an Bord der in einer Umlaufbahn kreisenden ESA-Raumsonde Rosetta hat 120 metergroße, helle Stellen auf der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko identifiziert, wie die Forscher des Göttinger Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung jetzt bekanntgaben.

Die optischen Eigenschaften dieser Stellen sprechen dafür, dass es sich um gefrorenes Wasser handelt. Erosionsprozesse und die Aktivität des Kometen könnten es freigelegt haben. Der Fund stützt die Theorie, dass sich das Eis des Kometen unter seiner oberflächlichen dunklen Staubschicht verbirgt.

„Wir sehen Strukturen dieser Art zum ersten Mal. Keine der früheren Kometenmissionen hat räumliche Auflösungen im Bereich einiger Meter erreicht“, erklärt Holger Sierks vom MPS, Leiter des Osiris-Teams.

Kometen enthalten gefrorenes Wasser. Das beweist der Wasserdampf, den Rosetta und frühere Kometenmissionen in der Atmosphäre der Schweifsterne nachgewiesen haben. Auf der Oberfläche der Kometen ist dieses Eis jedoch nicht zu sehen. Wie andere Kometen ist 67P/Churyumov-Gerasimenko tiefschwarz gefärbt und reflektiert nur wenige Prozent des Sonnenlichts. Forscher vermuten deshalb, dass das gefrorene Wasser unter der Schicht aus dunklem Staub zu finden ist, die den Kometen überzieht.

Die nun entdeckten hellen Flecken reflektieren bis zu 60 Prozent des Sonnenlichtes. Das sei ein typischer Wert für Eis. Zudem ist das Licht leicht bläulich.

Die Ansammlungen finden sich typischerweise in Geröllfeldern am Fuße von Klippen und Steilhängen. Sie könnten durch Erosion oder das Zusammenbrechen der Klippen zum Vorschein gekommen sein.

Möglicherweise hat die Aktivität des Kometen sie an anderer Stelle in die Höhe geschleudert und sie kamen erst später an ihrem jetzigen Standort zur Ruhe. In allen Fällen handelt es sich um Regionen, die nur wenig Sonnenenergie erhalten, sich also beispielsweise im Schatten einer Klippe befinden.

Nun wollen die Forscher abwarten und weiter beobachten. Die kommenden Monate bieten dafür gute Gelegenheit: Holger Sierks jedenfalls freut sich schon jetzt: „Wir werden diese Prozesse aus nächster Nähe miterleben.“

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