Mit dem Rucksack durch China: Studentin berichtet

Leitspruch: „Familien sind für die Ewigkeit“ steht auf der Kalligraphie, die sich Janice Sattler aus China mitgebracht hat. Sechs Monate erkundete sie das Land der Mitte.. Foto: zsv

Volpriehausen/Göttingen. „Die Chinesen sind hilfsbereit und sehr freundlich“, sagt Janice Sattler, die im sechsten Semester Sinologie/Chinesisch als Fremdsprache und Englisch an der Universität in Göttingen studiert. Ihre Einschätzung über die Menschen in dem ostasiatischen Land stützt die 22-jährige gebürtige Volpriehäuserin nicht nur auf Bücher und Vorträge. Sie kann auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, die sie während ihres sechsmonatigen Auslandssemesters in China gemacht hat. Kürzlich kehrte sie aus dem Reich der Mitte zurück.

Vier Monate lang studierte die Wahlgöttingerin an der Universität in Nanjing (übersetzt: „südliche Hauptstadt“). Mehrere Stunden täglich hatte sie dort Sprachunterricht; neben Hörverstehen und Schreibunterricht stand auch Zeitunglesen auf dem Plan. Untergebracht war sie auf dem Universitätsgelände im Wohnheim für Auslandsstudenten.

Nach den vier Monaten lagerte sie ihre Sachen bei Bekannten ein, packte ihren Rucksack und erkundete mit einer Freundin Land und Leute im Süden und Osten. „Das war das Schönste während meines Aufenthalts“, sagt die Studentin.

Überall war sie die „Laowai“ (Fremde). „Die Chinesen sind nicht ablehnend, sondern neugierig, wollen ihr Land zeigen und sind sehr wissbegierig“, sagt sie und erinnert sich an die Gastfreundschaft: „Wir wurden sehr oft zum Essen eingeladen, wenn wir in die Dörfer kamen.“ Einmal wurden sie spontan zu einer Hochzeitsfeier gebeten. „Mit Wanderklamotten saßen wir unter den Dutzenden Chinesen, die sich entsprechend feierlich gekleidet hatten“.

Handys sind unter den jungen Chinesen weit verbreitet. Meist tauscht man die Nummern für einen chinesischen Telekommunikationsdienst, ähnlich wie Whatsapp, aus. Auch die Internetnutzung ist sehr beliebt. Zwar sind einige Seiten wie Google, Twitter und Youtube gestört, dafür ist Internet über Funk überall erreichbar.

„Ein Semester in China zu studieren, gehört zum Studium dazu“, sagt Janice Sattler, die nach dem Bachelor-Studiengang noch ihren Master in Sinologie machen will. Während ihres Studiums oder danach will sie möglichst noch einmal nach China, um auch den Westen und Norden kennenzulernen. „Mein Ziel ist es, die Sprache sehr gut zu beherrschen“. Dazu gehört auch das Lernen der rund 80.000 Schriftzeichen. „Ein gebildeter Chinese kann 10.000 Zeichen auswendig, wenn man 1500 kann, gilt man nicht als Analphabet“, sagt die Studentin, die 3000 Zeichen perfekt kann.

Eigentlich studiert sie Englisch und Chinesisch auf Lehramt. Sie könnte sich vorstellen, nach ihrem Master im Auswärtigen Amt oder für eine nicht-staatliche Organisation (NGO) zu arbeiten. Einen Job in der Wirtschaft schließt sie aus. „Notfalls werde ich Taxifahrerin in China“, sagt sie mit einem Lächeln.

Vortrag für den Heimatverein

Über ihren China-Aufenthalt wird sie am Freitag, 8. Mai, in ihrem Heimatort auf Einladung des Volpriehäuser Heimatvereins berichten. Beginn ist um 19 Uhr im Backhaus. Der Eintritt ist frei. Essen und Trinken werden gereicht. Die 22-Jährige hat schon ein wenig Routine, denn sie hat kürzlich vor Schülern der KGS-Außenstelle in Nörten referiert.

Von Roland Schrader

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