Rudelsingen: Erstes Massenkaraoke in der Uni-Stadt

Rudelsingen: Den Teilnehmern machte die erste Karaoke-Gemeinschaftsaktion im Jungen Theater riesig Spaß. Ende Mai ist eine Neuauflage geplant. Foto: Brüßler

Göttingen. Das Rudelsingen ist in Göttingen angekommen. Im ausverkauften Jungen Theater hätte die Stimmung der 220 begeisterten Karaokesänger nicht besser sein können.

Alles was Jörg Hilmann und Ingeborg Erler brauchen, sind ein paar Instrumente, eine Gruppe von Menschen und einen Beamer mit den Songtexten. „Los geht’s mit einem Country Song aus West Virginia“, sagt Hillmann am Montagabend im ausverkauften Jungen Theater. Mehr brauchte es auch nicht, um das Göttinger Publikum von seinen Sitzen zu lösen und lauthals „Country Roads“ anzustimmen. Von Klavier, Gitarre und Trommeln begleitet ging es von Heavy Metal über Schlager zu Pop. Die Scheu vor der eigenen Stimme löste sich dabei mit jedem Song weiter auf.

Auch bei Musiker Jörg Hillmann, für den es die erste Veranstaltung dieser Art war: „Ich habe von meinem Schwager in Bielefeld davon erfahren und dachte mir, dass wir das auch nach Göttingen holen müssen“, erzählt der Gitarrist und Sänger. „Dass es so gut angenommen wird, die Leute sogar zweistimmig singen und improvisieren ist einfach großartig für mich.“

Das Ergebnis vor der ersten Pause: Strahlende Gesichter, fremde Menschen, die sich in den Armen liegen und gemeinsam schunkeln. Die Veranstaltung lockte insbesondere Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren, die zweieinhalb Stunden ungehemmt zusammen Udo Linderberg, Abba, Herbert Grönemeyer, aber auch neuere Songs wie die Fußballhymne „Auf uns“ von Andreas Bourani sangen.

Rock-Songs wie „Born to be wild“ verleiteten das Publikum sogar zu Luftgitarren-Einlagen. Bei „Let it be“ schossen die Arme in die Höhe, die Menschen hielten sich an den Händen und schafften eine bezaubernde Stimmung. Nach Evergreens wie „Tulpen aus Amsterdam“ und den Capri-Fischern forderte das Publikum mit „What a wonderful world“ eine Zugabe. Nicht wenige verließen das Junge Theater mit einem seligen Lächeln im Gesicht und dem Versprechen wieder zu kommen.

Die Idee zum Rudelsingen hatte der 47-Jährige Münsteraner David Rauterberg. Seit 2011 exportiert er seine Idee, sodass mittlerweile 50 Städte Rudelsingen veranstalten. Der Grundgedanke: Viele Menschen haben Lust zu singen, sind aber keine Meistersänger. Im Rudel fällt man dadurch nicht so sehr auf und kann viel Spaß mit Gleichgesinnten haben. An einem Abend werden etwa 25 Lieder gesungen. Rauterberg nennt es „Karaoke mit allen“.

Das zweite Göttinger Rudelsingen wird am Donnerstag, 28. Mai, wieder ab 19.30 Uhr im Jungen Theater stattfinden. Die dritte Auflage ist für Juli geplant. (zli)

www.rudelsingen.de

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