Sartorius mit Bio-Pharmaka weltweit auf gesundem Trip

Hohe Ziele: Der Göttinger Sartorius-Konzern will auch 2017 ein zweistelliges Umsatzwachstum erreichen. Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg schaut optimistisch nach vorn. Foto: Jelinek

Göttingen. Statt Süßigkeiten-Teller gibt es während der Bilanz-Pressekonferenz der Sartorius AG gesunde Obstspieße. Ein Fingerzeig: Das im Tec-Dax notierte Unternehmen ist laut Geschäftszahlen 2016 kerngesund. Sartorius wächst organisch, also nur gering durch Zukäufe, und hat laut Vorstands-Chef Dr. Joachim Kreuzburg eine prima Perspektive.

Gleichwohl dämpfte er zu hohe Erwartungen: Das hohe Plus von 2015 und 2016 sei nicht generell weiterhin zu erwarten. Zu hohe Erwartungen sind eben ungesund.

Das liegt vornehmlich an einer Sparte, die mit dem Thema Gesundheit zu tun hat: Bioprocess Solutions. Sie vereinigt alles von der Prozessentwicklung bis zur Produktion von Bio-Pharmazeutika.

Dass Sartorius auf diesen auch in den kommenden Jahren weltweit wachsenden Markt mit biologischen Medikamenten setzt, zahlt sich aus: Der Umsatz hat sich seit 2011 verdoppelt, 2016 stieg er um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht auch ein deutliches Plus bei Gewinn und Profitabilität sowie eine höhere Dividende für die Aktionäre.

Das 2011 formulierte Ziel bis 2020 bleibt deshalb unangetastet, wie Kreuzburg bestätigt. Dann nämlich will Sartorius die Zwei-Milliarden-Umsatz-Marke knacken. Ein Unterfangen, das gelingen könnten, denn der Markt für Bio-Medikamente wächst dank auslaufender Patente, einer älter werdenden Weltbevölkerung und steigenden Einkommen unabhängig von der Konjunktur. Sprich: Es wird stetig mehr Bio-Medikamente und Menschen weltweit geben, die sie verwenden können. Somit wächst auch der Bedarf an Produktionsmitteln und -hilfsmitteln, womit wiederum Sartorius im Spiel ist.

Nicht nur im Spiel, sondern auch als Spielführer, gibt Sartorius bei der Filtration, beim Flüssigkeitsmanagement und der Fermentation in den Bioprozessen den Takt an – der Konzern ist Weltmarkt-Spitze.

Zur Stabilität trägt auch bei, dass der 1870 gegründete Präzisionswaagen-Hersteller 2016 auf allen starken Märkten – Europa, Asien und Amerika – ein zweistelliges Wachstum verzeichnet hat. Einbrüche aufgrund der Trump’schen Abschottungsankündigungen erwartet man bei den Göttingern, die in den USA auch am wichtigsten Bio-Pharmazeutika-Standort, Boston, vertreten sind, noch nicht. „Das sind nur Ankündigungen, noch ist nichts passiert“, sagt Kreuzburg. Die Prognose von weiter zweistelligen Wachstumsraten würden deshalb nicht korrigiert. Gesund ist auch die zweite, kleinere Sparte: Labor-Produkte und -Service steigerte ihren Umsatz 2016 um knapp acht Prozent.

Sartorius steckte im vergangenen Jahr 11,7 Prozent des Umsatzes in Investitionen, eine Rekordquote. Allein in Göttingen werden bis 2020 mehr als 500 Millionen Euro verbaut. Die Zahl der Beschäftigten wuchs weltweit um über 700 auf fast 7000. Die im TecDax notierte Vorzugsaktie beendete den Handel fast unverändert bei 70,35 Euro.

Von Thomas Kopietz

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