Göttingen

Sartorius kauft CellGenix: Profitables Unternehmen soll helfen, Medikament schneller zu produzieren

Plakat an einer Hauswand mit der Aufschrift „Sartorius; Covid-19-Impfstoff Nicht verfügbar; Wir sind Teil der Lösung.“
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Wachstum: Sartorius baut nicht nur am Stammsitz Göttingen neue Produktionskapazitäten, sondern kauft und erweitert auch das Freiburger Unternehmen CellGenix.

Der Göttinger Medizintechnik-Konzern Sartorius wird Mehrheitseigener bei dem Freiburger Reagenzienhersteller CellGenix – für 100 Millionen Euro.

Göttingen – Sartorius kauft weiter gezielt ein. Der Biopharmaspezialist und Laborausrüster mit Stammsitz in Göttingen wird für 100 Millionen Euro in bar Mehrheitseigner des Freiburger Reagenzienherstellers CellGenix.

Über ihren Teilkonzern Stedim steigt Sartorius zunächst zu 51 Prozent in das Unternehmen ein. Zu Beginn der Jahre 2023 und 2026 sollen dann die restlichen Anteile gekauft werden. Der Konzern will den CellGenix-Standort Freiburg erweitern und ihn zum Kompetenzzentrum für qualitätskritische Rohmaterialien für den Zell- und Gentherapiemarkt zu machen.

Sartorius kauft CellGenix: Gezielte Zukäufe

Der Zukauf passt in die Strategie des stetig über solche Aquisitionen wie auch intern wachsenden Konzerns. Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg hatte in der Bilanz-Pressekonferenz und Hauptversammlung der Aktionäre angekündigt, dass man an diesem Konzept der gezielten Zukäufe festhalten wolle – vor allem, um eine noch effektivere Kundenbetreuung leisten zu können.

So erwartet man bei Sartorius vom CellGenix-Zukauf, dass die Kunden künftig noch umfassender unterstützt werden können, Wirkstoffkandidaten zügig durch den Prozess der Medikamentenentwicklung zu bringen. Man will also letztlich helfen, die Medikamentenproduktion zu beschleunigen.

Sartorius kauft CellGenix: Kompetenz und Erfahrung

CellGenix wurde 1994 an der Uni-Klinik Freiburg gegründet und war bisher in Privatbesitz. Es produziert und vermarktet mit 70 Beschäftigten wichtige Komponenten für die Herstellung von Zell- und Gentherapieprodukten. Neben dem Hauptsitz in Freiburg unterhält das Unternehmen einen Vertriebsstandort im Großraum Boston in den USA.

Vom Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro 2020 blieb eine „sehr deutlich zweistellige“ Marge als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übrig. Genauere Angaben machte Sartorius nicht.

CellGenix sei am Markt „hervorragend anerkannt“ erklärte René Fáber, der im Vorstand die Sartorius-Sparte Bioprocess Solutions verantwortet. Die Freiburger bringen neben technologischer Kompetenz auch Erfahrung mit den regulatorischen Anforderungen in einem der am stärksten wachsenden Felder der Biopharma-Branche mit.

Sartorius kauft CellGenix: Sartorius hat 11 000 Mitarbeiter

Sartorius hat zurzeit etwa 11 000 Mitarbeiter. Vor gut einem Jahr wurde ein weiterer Zukauf der Life-Science-Geschäfte des US-Konzerns Danaher für 825 Millionen Dollar (aktuell rund 696 Millionen Euro) finalisiert. Es ging dabei um Technologien für die biopharmazeutische Wirkstoff-Forschung, die Analyse von Biomolekülen und Proteinen sowie die Arbeit mit Zellkulturen.

Im November 2020 hatte Sartorius den 360 Millionen Euro teuren Kauf von BIA Separations aus Slowenien getätigt. BIA stellt Produkte für die Aufreinigung und Analyse von großen Biomolekülen, etwa Viren und mRNA, her.

Die Sartorius-Sparte Bioprocess Solutions für die Herstellung von Biopharmazeutika ist das starke Standbein des Konzerns, erwirtschaftet etwa zwei Drittel des Konzernumsatzes. (Barbara Will/Thomas Kopietz)

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