Satirepreis „Göttinger Elch“ für Georg Schramm

„Elch“-Preisträger 2014: Kabarettist Georg Schramm. Foto: dpa

Göttingen. Der Satirepreis „Göttinger Elch“ geht 2014 an den Kabarettisten und Schauspieler Georg Schramm. Die Auszeichnung wird jährlich für ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“ dotiert.

„Georg Schramm ist ein Widerstandskämpfer und Motivationstrainer der besonderen Art“: So begründet die „Elch“-Jury ihre Entscheidung, wie die Stadt Göttingen am Freitag mitteilte: „Er sucht und findet das Politische im Privaten, demontiert das Zynische und Brutale der alltäglichen Wirklichkeit zynisch und brutal, dabei bestürzend intelligent und verstörend gefühlsecht. Seine Wut, sein heiliger Zorn sind niemals kalkulierte Masche, sondern Instrumente der Wahrheitsfindung, gepaart mit sprachlos machender Wortgewalt, entlarvender Darstellungskunst und einer überwältigenden Bühnenpräsenz. Schramm ist selbst unter den Besten politisch motivierter Kunst eine radikale Ausnahmeerscheinung – ein Moralist und Kopf, wie es ihn in jeder Generation vielleicht nur einmal gibt.“

Der 1949 in Bad Homburg geborene Schramm studierte nach Abitur und Bundeswehr Psychologie und arbeitete zwölf Jahre in einer neurologischen Reha-Klinik. Seit 1985 ist er als Kabarettist tätig; zu seinen bekanntesten Bühnenfiguren gehören der grantelnde Rentner Lothar Dombrowski, der hessische Sozialdemokrat August und Oberstleutnant Sanftleben. Der Künstler lebt mit seiner Frau in Badenweiler.

Der „Elch“ hat seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

Karten für Verleihung

Die feierliche Verleihung, an der auch frühere Preisträger teilnehmen werden, findet am Sonntag, 23. März, um 11 Uhr im Deutschen Theater Göttingen statt. Der Vorverkauf beginnt am 17. Februar ausschließlich an der Kasse des Deutschen Theaters (Telefon 0551 / 49 69 11, Öffnungszeiten Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr).

Mehr über den „Elch“ und seine Preisträger/innen unter www.goettinger-elch.de. (p)

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