Programm „Völlig aus dem Häuschen“

Comedian Ralf Schmitz bereitet lustigen Abend

Treffen auf der Baustelle: Comedian Ralf Schmitz hat sich Zuschauerin Katharina in der Stadthalle auf die Bühne geholt – aus dem Zusammenspiel entstehen Slapstick-Nummern in wechselnden Stimmungen. Foto: Kopietz

Göttingen. Ob der Zuschauer will oder nicht, über Ralf Schmitz muss er irgendwann lachen. So sorgte der Comedian denn auch am Donnerstag für einen lustigen Abend in der Stadthalle.

Schmitz ist ein Irrwisch, rennt über die Bühne, springt, tanzt, wippt von einem Bein aufs andere. Stillstehen, stillsitzen unmöglich. Und Schmitz redet schnell, verdammt schnell. Trotzdem, und das ist sein sicher auch durch viel Übung erworbenes Verdienst, ist der Mann gut zu zu verstehen, selbst wenn er liebend gern den Akzent verändert oder verschiedene Stimmungen stimmlich auslebt.

Sein neues Programm „Völlig aus dem Häuschen“ ist zwar ein Programm, lässt der Flitzepiepe Schmitz aber viel Raum zum Improvisieren. Und dabei – weniger beim Erzählen von Witzen und Alltagserlebnissen – ist er so richtig Weltklasse.

Auf Piepton, gesteuert von Zuschauerin Kerstin, wechselt er von einer osteuropäischen Handwerker-Fantasie-Sprache in halsbrecherischem Tempo ins Hochdeutsche – zehn Minuten lang und wird dafür – zu Recht – bejubelt.

Gerne bedient sich Ralf Schmitz auch der Mitarbeit von Zuschauern. Und da kann sich auch keiner in den Reihen jenseits der ersten Reihe sicher sein. Nach einer Frage-Plauderei über Belangloses, wie Alter, Beruf und Name, ist es für die Fans noch nicht vorbei. Plötzlich findet sich Kerstin aus Reihe eins auf der Bühne im Sessel wieder oder Katharina wird zur Mitspielerin in einer Szene. Sie entlockt dem schnellen Ralf dann so richtig dessen schauspielerische Comedy-Talente: Schmitz spricht und spielt in verschiedenen Stimmungen gleiche Dialoge. Herrlich!

Die Zuschauer sind es auch, die ihm den roten Faden liefern. Schmitz stellt banale Fragen (Lieblingswerkzeug?, Wo kann man sich hier in Göttingen treffen?) und nutzt die Antworten wie Hammer und Lünemann immer wieder. „Lüüüünemann, wat is dat denn?“

Der Göttinger Baumarkt wird so auch Nichtgöttingern bekannt und lockt Schmitz stets aus der Reserve: „Lüüüünemann“, ruft er immer wieder und lacht sich kaputt. Das tut er gerne, und das wirkt ansteckend.

Wunderbar: Schmitz schildert auch die Eigenarten einer besonderen Spezies Mensch: Baumarkt-Mitarbeiter. Und er berät die Zuschauer, wie man sich an diese scheue, kaum greifbare Art so richtig heranpirscht.

Schön übrigens, dass bei allem Lustigmachen mit Hilfe des Publikums die Zuschauer nie vorgeführt werden. Das gelingt Ralf Schmitz, und, dass die meisten in der fast ausverkauften Stadthalle am Donnerstag lächelnd nach Hause gehen. Der Künstler selbst übrigens macht noch Überstunden, schreibt Autogramme und grinst bei den vielen Selfies in die Kameras.

Von Thomas Kopietz

Fotos des Auftritts

Komiker Ralf Schmitz in Göttingen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.