Schülerinnen am Lötkolben

Projekt soll Mädchen für technische Berufe interessieren

Konzentriert: Jessica Angermann (links) und Natalia Melnitschuk beim Bau eines dreidimensionalen Matrix-Würfels während der Mädchentage MINT. Foto: Schröter

Göttingen. In den klassischen MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Das Projekt „Mädchentage MINT“ soll Abhilfe schaffen.

„Das Bauen und Programmieren von elektronischen Teilen macht richtig Spaß“, sagt Jessica Angermann. Zusammen mit ihrer Klassenkameradin Natalia Melnitschuk bastelt die Neuntklässlerin vom Göttinger Hainberg-Gymnasium gerade an einem dreidimensionalen Matrixwürfel, der mit zahllosen kleinen Lämpchen bestückt ist. Hochkonzentriert setzen die beiden Schülerinnen Lötpunkt für Lötpunkt, so dass der Würfel immer mehr Gestalt annimmt.

Bislang hatten die beiden 15-jährigen Mädchen noch nie darüber nachgedacht, später eventuell einen technischen Beruf zu erlernen. „Als wir in unserem Informatik-Kurs gefragt wurden, ob wir Lust hätten, an diesem MINT-Projekt teilzunehmen, haben wir gleich ja gesagt“, erzählt Natalia. Und sie haben es nicht bereut. „Das ist alles sehr interessant“, sagen sie wie aus einem Mund.

Jessica und Natalia sind zwei von insgesamt elf Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums, die an dem dreitägigen Projekt teilnehmen. Veranstalter sind die Gesellschaft für Umschulung und Fortbildung (GUF), in deren Räumlichkeiten die Mädchen ersten Kontakt mit den MINT-Berufen aufnehmen, sowie die Stiftung NiedersachsenMetall und die Agentur für Arbeit. „Ziel ist es, Schülerinnen einen Einblick in gewerblich-technische Berufe zu ermöglichen, um das oft klassische Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern“, sagt Bettina Blecher von der Stiftung NiedersachsenMetall. „Sie erhalten damit die Chance, ihre Talente in diesen Bereichen zu entdecken, ohne sich in Konkurrenz zu den Jungen zu sehen.“ Drei Tage lang könnten die Teilnehmerinnen ihre Fähigkeiten in den Bereichen Metall und Elektronik ausprobieren. „Am Ende des Projektes nehmen die Mädchen dann ein individuell hergestelltes Werkstück mit nach Hause“, ergänzt GUF-Geschäftsführer Stefan Richers,

„Die MINT-Berufsfelder bieten nicht nur gute Beschäftigungsperspektiven, sondern auch gute Verdienstmöglichkeiten“, betont Susanne Wädow, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Göttinger Arbeitsagentur. Für Unternehmen werde es vor dem Hintergrund drohender Fachkräfte-Engpässe schließlich immer wichtiger, Frauen für diese Bereiche zu interessieren. Wädow hofft, dass auch eine frühzeitige Berufsorientierung dazu beitragen wird.

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