Vier Göttinger Schulen sind dabei

Projekt für Jugendliche: Raketenstart im Eichsfeld

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Stolz: Die Teilnehmer der Göttinger Schüler-Ingenieur-Akademie zeigen ihre selbst gebauten Raketen. 

Germershausen. Schüler von vier Göttinger Schulen haben auf dem Flugplatz des Eichsfelder Modellbau-Clubs in Germershausen im Eichsfeld selbst gebaute Raketen gestartet.

„Fünf, vier, drei, zwei, eins, Zündung.“ Nachdem Leonie Trende vom Hainberg-Gymnasium (HG) aus sicherer Entfernung den kleinen Startknopf auf der Fernbedienung gedrückt hat, zischt die blau lackierte, rund 50 Zentimeter große Rakete los.

150 Meter in der Luft

Obwohl ein heftiger Wind wehr, steigt sie rund 150 Meter kerzengerade in den Himmel. Als ihr der Treibstoff ausgeht, öffnet sich ein Fallschirm und die Rakete gleitet wieder zu Boden, wo sie nur etwa zehn Meter von der Startrampe entfernt landet.

„Das war großartig“, freut sich Zehntklässlerin Leonie und strahlt mit Benno Nolte von der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule und David Köhn vom Felix-Klein-Gymnasium (FKG) um die Wette. Kein Wunder, hatten die drei doch die Rakete in Teamarbeit gebaut und dem Start auch gemeinsam entgegengefiebert.

Elf Schüler sind dabei

Wie zehn andere Schüler nehmen auch Leonie, Benno und David an der zehnten Auflage der Göttinger Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) teil.

Hochspannung: Unter der Aufsicht von Projektleiter Hagen Hübner (rechts) bereiten (von links) David Köhne, Benno Nolte und Leonie Trende die von ihnen gebaute Rakete für den Start vor. 

Zwei Semester lang erhalten sie Einblicke in die Welt der Technik. „Die Aufgabe der Schüler ist es, eine Höhenforschungsrakete nachzubauen, wie sie in den 1960er und 70er Jahren von den USA gebaut wurde“, sagt Physiklehrer Hagen Hübner vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG), der das Projekt leitet.

Das erste Semester stehe unter dem Leitthema „Dem Weltraum ein Stück näher – Aerodynamik, Elektronik und Werkstoffkunde“. Ziel sei Design, Bau und Start einer Modell-Rakete mit Bergungssystem und Flugelektronik.

Zwei Semester

Das zweite Semester widmet sich nach den Sommerferien dem Thema „Schweres leicht nehmen – Leichtbau in Metall und Kunststoff“. Dabei wird ein Bauteil auf Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Gewicht und Festigkeit untersucht und ein verbessertes Bauteil erstellt.

Leiter ist Lehrer Hübner

„Dazu werden neben fächerübergreifenden Vorlesungen, Vorträgen sowie Betriebs- und Institutsbesichtigungen vor allem auch praktische Projekte angeboten“, sagt Bettina Blecher, Bildungsreferentin der Stiftung NiedersachsenMetall, die das Projekt ebenso unterstützt wie die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die TU Clausthal und die Sartorius AG.

Technik-Begeisterung

„Um an der SIA teilzunehmen, sind Vorkenntnisse nicht nötig“, sagt Hagen Hübner. Wichtig sei vielmehr das Interesse an Technik. „Unser Ziel ist es, den Schülern technische Berufe näher zu bringen und sie dafür zu begeistern“, sagt THG-Lehrer Hübner. Dafür sei der Bau von Raketen, bei dem es ebenso um Aerodynamik wie um Werkstoffkunde gehe, bestens geeignet.

Das kommt an: „Die Kombination aus Theorie und Praxis macht einfach Spaß“, sagen Leonie Trende, Benno Nolte und David Köhn wie aus einem Mund. Dann schieben sie eine schon beantwortete Frage nach: „Wo hat man sonst die Chance, eine Rakete selbst zu bauen und sie dann in den Himmel zu schicken?“

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