1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen

Landkreis Göttingen verbietet Verkauf von CBD-Produkten

Erstellt:

Von: Melanie Zimmermann

Kommentare

Der Landkreis Göttingen verbietet ab sofort den Verkauf von CBD-haltigen Lebensmitteln und Produkten. Grund sind fehlende wissenschaftliche Belege für die Wirkung der Substanz.

Göttingen – Mit sofortiger Wirkung hat der Landkreis Göttingen in einer Allgemeinverfügung den Verkauf von Cannabidiol (CBD)-haltigen Lebensmitteln und Produkten untersagt. Dies geschehe zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern, wie der Landkreis Göttingen in seiner Allgemeinverfügung von Mittwoch (20.07.2022) mitteilt,

Konkret geht es dabei um CBD-haltige Lebensmittel sowie Lebensmittel, deren Bestandteile der Nutzhanfpflanze Cannabis savita L. enthalten. Ebenfalls von dem Verbot betroffen sind CBD-haltige Mundsprays, Mundpflegesprays sowie CBD-haltige Aromaöle und Tropfen. Von dieser Regelung ausgenommen sind Hanfsamen und daraus hergestellte Produkte.

Landkreis Göttingen verbietet den Verkauf von CBD-haltigen Produkten

Mit Cannabisblättern aufgegossenes Öl
Der Landkreis Göttingen hat den Verkauf von CBD-haltigen Lebensmitteln und Produkten mit sofortiger Wirkung untersagt. Hier steht mit Cannabisblättern aufgegossenes CBD-Öl auf einer Cannabis-Messe auf einem Holztablett. (Symbolbild) © Andre Malerba/ZUMA Wire/dpa

Das Verbot gilt für alle ansässigen Lebensmittel sowie sonstigen Unternehmen, die im Landkreis und der Stadt Göttingen „sowohl entweder über den stationären Handel als auch den Versandhandel und/oder den Verkauf im Internet diese Produkte in den Verkehr bringen“.

Dabei spiele es auch keine Rolle, ob die Abgabe besagter Produkte entgeltlich oder unentgeltlich geschehe. Die Allgemeinverfügung tritt noch am Freitag (22.07.2022) in Kraft. Die Allgemeinverfügungen erfolgten vor dem Hintergrund gerichtlicher Entscheidungen, die eine Untersagung zum Schutz der Gesundheit von Verbrauchern bestätigen.

Weil unter anderem der wissenschaftliche Beleg für die Cannabidiol zugeschriebenen Eigenschaften (schmerzlindernd, beruhigend, entzündungshemmend) derzeit nicht abschließend erbracht ist, sei diese Allgemeinverfügung notwendig, angemessen und verhältnismäßig, begründet der Landkreis seine Entscheidung.

Landkreis Göttingen: Verbot von CBD-Handel wegen fehlenden wissenschaftlichen Belegen der Wirkung

Zahnpasta mit CBD. (Symbolbild)
Mittlerweile sind eine Vielzahl von CBD-haltigen Produkten erhältlich. So wie die hier dargestellte Zahnpasta. (Symbolbild) © Andre Malerba/imago

Für die Substanz Cannabidiol wurde bisher kein nennenswerter Verzehr vor dem 15. Mai 1997 als Lebensmittel belegt. Es handelt sich somit um ein „neuartiges Lebensmittel“ nach Art. 3 Abs. 2 lit, a i) VO (EU) 2015/2283 der Novel-Food-Verordnung. CBD wird im Novel-Food-Katalog der Europäischen Kommission unter dem Eintrag „Cannabinoids“ als neuartig beurteilt.

Somit bedarf der Inhaltsstoff einer Zulassung nach der Novel-Food-Verordnung. Da eine Zulassung von CBD als neuartiges Lebensmittel bisher nicht erfolgt ist, sind derartige Erzeugnisse zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkehrsfähig heißt es in der Begründung des Landkreises.

Es ist somit verboten, CBD-haltige nicht zugelassene und katalogisierte Produkte in den Verkehr zu bringen oder in und auf Lebensmitteln zu verwenden. Das gilt auch für vermeintliche Kosmetika. Der Landkreis weist darauf hin, dass sich Händler bei Zuwiderhandlung strafbar machen. (mzi)

Ende Juli 2022 entdeckten Polizisten eine Indoor-Hanfplantage in Göttingen. Wenige Monate zuvor hatten Polizisten in der Wohnung eines 64-jährigen Göttingers 1500 Cannabis-Pflanzen sichergestellt.

CBD-Produkte liegen derzeit voll im Trend

CBD-Öl, CBD-Shampoo, CBD-Tee, CBD-Mundpflegespray und vieles mehr – Produkte mit Cannabidiol (kurz CBD) erleben schon seit längerer Zeit einen wahren Boom und ein Produkt nach dem anderen schießt aus dem Boden. Auch viele namhafte Influencer in den Sozialen Netzwerken werben regelmäßig für CBD-Produkte.

Cannabidiol (CBD) ist ein Inhaltsstoff der Hanfpflanze mit beruhigender Wirkung. Im Gegensatz zum Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt es nicht psychoaktiv. Das vermeintliche Wundermittel und die Produkte, in denen es enthalten ist, ist mittlerweile auch in vielen Geschäften im Einzelhandel verfügbar, so zum Beispiel in Drogerien.

CBD sei hervorragend verträglich und helfe bei Angstzuständen, Zyklusstörungen oder auch Muskelverspannungen und Schlafstörungen. Ein wissenschaftlicher Beleg steht bisher aus. (mzi)

Auch interessant

Kommentare